«Bern wollte mehr als nur einen Säumerpfad»

Die BLS blickt auf 100 Jahre Lötschbergstrecke zurück. 1913 erschloss das Berner Bahnunternehmen den Schienenverkehr Richtung Süden via Lötschberg. Unter grosser finanzieller Mithilfe von Frankreich.

Walter Flühmann unterwegs in einem BLS-Zug.

Bildlegende: Walter Flühmann kennt sich aus in der Geschichte der Lötschbergbahn. zvg

Die BLS Lötschbergbahn gilt als Pionierwerk - der Bau des Lötschbergtunnels als Herkulesarbeit. Dank der Erschliessung des Eisenbahnwegs von Frutigen nach Brig war der Weg Richtung Süden fast frei von Hindernissen.

Chance für Frankreich

Walter Flühmann, ehemaliger Betriebsleiter der BLS und jetzt Projektleiter der 100-Jahre-Feierlichkeiten, erinnert im Gespräch mit dem «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von SRF1 daran, dass der Bau nur dank Millionenbeträgen von Frankreich zustande kam. Da Frankreich im Krieg die Region Elsass abhanden gekommen war, war das Nachbarland an einem neuen Verkehrsweg Richtung Mailand besonders interessiert.

Konkurrenz zum Gotthard

Ausserdem stand die BLS schon damals in Konkurrenz mit den SBB, welche die Südausdehnung via Gotthard und Simplon vorangetrieben hatten. Das Projekt Lötschbergbahn sei insbesondere der Regierung des Kantons Bern äusserst wichtig gewesen, sagt Walter Flühmann: «Bern wollte mehr als nur einen Säumerpfad in den Süden.» Die BLS nimmt laut Flühmann zudem für sich in Anspruch, die wirtschaftliche Entwicklung entlang der Bahnstrecke - namentlich im Berner Oberland und im Oberwallis - massgeblich mitgeprägt zu haben.