Bern zeichnet Grabmäler aus

18 Grabmäler auf Berner Friedhöfen erhalten eine symbolische Anerkennung von der Grabmalkommission. Das Geschäft mit Grabsteinen läuft jedoch immer schlechter.

Mit der Auszeichnung handwerklich und künstlerisch besonders wertvoller Grabmäler will die Stadt Bern die Grabmalkunst und die Friedhofskultur fördern. Erstmals erfolgte die Vergabe im Jahr 1957.

«Schön ist, wenn die Grabsteine einen künstlerischen Wert haben», so der Bereichsleiter Friedhöfe bei der Stadtgärtnerei. «Immer mehr sind Grabmäler nicht nur aus Stein, sondern auch aus Holz, Glas oder Metall.»

Kaum mehr Grabmäler

Früher wurden die Preise alljährlich vergeben. Heute nur noch alle zwei Jahre. «Es werden deutlich weniger Grabsteine hergestellt», stellt Walter Glauser fest.

Die Leute wollen sich vermehrt in Gemeinschaftsgräbern oder sogenannten Themengräbern ohne Grabstein begraben lassen. Die Stadt Bern und andere Gemeinden richten immer mehr solche Grabfelder ein – zum Ärger der Steinbildhauer (siehe Textkasten).

«Wir richten uns nach dem Bedürfnis der Bevölkerung», kontert Walter Glauser von der Stadtgärtnerei. Die Stadt Bern wartet ab nächstem Sommer mit einem neuen Angebot auf: sogenannten Baumgräbern. Wer will, kann sich zwischen Bäumen in einem waldähnlichen Teil des Schosshaldenfriedhofs bestatten lassen – auch bei diesen Gräbern sind keine Grabsteine vorgesehen.

Schlechtes Geschäft

Steinbildhauer Bernhard Kurzweg ist seit 25 Jahren im Geschäft. Kurzweg schätzt, dass im Raum Bern nur noch halb so viele Grabsteine hergestellt werden wie vor einem Vierteljahrundert. Ihn ärgert, dass die Gemeinden immer mehr Gemeinschaftsgräber einrichten. «Die Behörden greifen in den freien Markt ein.»

Die ausgezeichneten Grabsteine