«Berndeutsch geht mitten ins Herz»

Bereits nach vier Jahren ist das Mundart-Theater Matte nicht mehr aus der Berner Theaterlandschaft wegzudenken. «Wir haben offenbar einen Nerv der Zeit getroffen», sagt die künstlerische Leiterin Livia Anne Richard. Die Auslastung des Theaters ist ausgezeichnet.

Porträt von Livia Anne Richard

Bildlegende: Livia Anne Richard: «Wir sind eine eingeschworene Truppe mit viel Herzblut.» SRF

In 352 Vorstellungen sassen knapp 31'000 Zuschauerinnen und Zuschauer im Theatersaal in der Berner Matte. Das ergibt eine Auslastung von über 90 Prozent. Sie sei nicht nur zufrieden über diese Zahlen, sondern richtig berührt, sagt Livia Anne Richard, die künstlerische Leiterin des Theaters, im Gespräch mit Radio SRF.

«Mit diesem Erfolg konnten wir nicht rechnen», sagt Livia Anne Richard, die auch das Theater Gurten führt. Mit der konsequenten Ausrichtung auf ein modernes Berndeutsch habe das Theater Matte eine Nische gefunden, die bei den Bernern offenbar gut ankomme. «Berndeutsch ist sehr direkt und sehr lautmalerisch. Das geht mitten ins Herz und macht nicht den Umweg über den Kopf, wie dies die hochdeutsche Bühnensprache machen würde.»

Die ausgezeichneten Zahlen lassen auf einen wirtschaftlichen Erfolg schliessen. Dies sei aber nicht so, sagt Livia Anne Richard. Ohne ein grosses Engagement der Leitungscrew, die fast ohne Lohn arbeitet, wäre es nicht möglich. «Wenn wir landesübliche Löhne zahlen würden, könnten wir ungefähr eine Person anstellen.»

Das Theater Matte will in Zukunft noch häufiger Stücke von Schweizer Autoren berücksichtigen. In der Saison 2016 sei dafür ein Autorenwettbewerb geplant. So oder so gilt: Egal in welcher Sprache das Stück geschrieben wurde, es kommt im Theater Matte ausschliesslich berndeutsch auf die Bühne.