Berndeutsch-Theater im Keller - seit 50 Jahren

Die Chäller-Kumedi hat sich dem Berndeutsch verschrieben. Demjenigen, das auf der Strasse gesprochen wird.

Andreas und Ruth Grossenbacher im Zytglogge-Theater in Bern.

Bildlegende: Andreas und Ruth Grossenbacher im Zytglogge-Theater in Bern. SRF

Der kleine, gewölbte Kellerraum ist hell, die Wände sind weiss. Auf drei Seiten und zwei Etagen stehen 46 Stühle für das Publikum.

«Es riecht weniger nach Theater als nach Keller», sagt Andreas Grossenbacher, Präsident des Vereins Chäller-Kumedi. Schliesslich ist das Gebäude am Kornhausplatz beim Berner Zytglogge mehrere hundert Jahre alt.

Die Chäller-Kumedi wurde 1963 gegründet, 1968 übernahm der Verein das «Theater an der Zytglogge» in der Kramgasse. Eine wilde Zeit? «Das Ziel war es, vom Image mit dem verstaubten Berndeutsch wegzukommen», sagt Andreas Grossenbacher. «Das war vielleicht revolutionär, aber nicht ganz so wie im Sinn der 68er.»

1992 musste diese Bühne an der Kramgasse geschlossen werden, der Mietzins war zu hoch. 1994 hat die Chäller-Kumedi den Keller am Kornhausplatz 10 bezogen. Das Berndeutsch bleibt zentral, sagt Regisseurin und Vizepräsidentin Ruth Grossenbacher. «Unser Ziel ist es, gutes Mundarttheater zu machen.» Und unkompliziertes Theater zum Geniessen solle es sein.

Kleine Welt mitten in der Stadt

Dabei will die Chäller-Kumedi offen sein für sprachliche Veränderungen. «Wir finden es einfacher, wenn man sich der Sprache von der Strasse anpasst», sagt Andreas Grossenbacher. Seiner Frau, der Regisseurin Ruth Grossenbacher ist gleichwohl ein «gepflegtes Berndeutsch» wichtig.

Vom Platz oben hört man die Trams. Auch die Ambulanzen seien immer wieder mal ein Thema, sagt Ruth Grossenbacher. Manchmal würden sie es schaffen, perfekt ins Stück zu passen. Die urbane Geräuschkulisse erinnert daran, dass die kleine Welt des Zytglogge-Theaters mitten in der Stadt ist.

Zum 50-Jahr-Jubiläum zeigt die Chäller-Kumedi «Wer zuletzt stirbt...», eine schwarze Komödie von Lorenz Keiser. Auf Berndeutsch natürlich.

Die Premiere ist am 15. März 2013.

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