Zum Inhalt springen

Berner Aktion gegen Foodwaste «Jetzt essen wir halt Rüebli»

Viele Rüebli schaffen es nicht in den Handel – weil sie nicht der Norm entsprechen. Freiwillige sammeln sie ein.

Die Gemüseernte ist vorbei. Auf den Feldern liegt trotzdem noch viel Gemüse. Es wurde aussortiert, denn es entspricht äusserlich nicht der Norm. Zusammen mit Freiwilligen geht die Oekonomische und Gemeinnützige Gesellschaft des Kantons Bern (OGG) nun auf genau solche Felder und sammelt übrig gebliebenes Gemüse ein. «Diese Rüebli sehen zwar nicht perfekt aus, aber man kann sie trotzdem essen», sagt Annekathrin Jezler von der OGG.

Es lohnt sich nicht für die Gemüsebauern

Der Gemüsebauer hätte die Rüebli liegen gelassen. «Sie würden zumindest den Boden ein wenig düngen», sagt Simon van de Veer. «Natürlich finde ich es super, wenn sie trotzdem noch gegessen werden.»

Ich mache es für das Gewissen.
Autor: Simon van de VeerGemüsebauer

Für ihn wäre der Aufwand zu gross, das Gemüse selbst einzusammeln. Das Feld von Simon van de Veer ist bereits ziemlich abgeerntet. Neben den zweibeinigen, hat es auch zerdrückte und weiche Exemplare.

Wer profitiert?

Die Mengen sind zu klein, um das Gemüse speziellen Läden weiterzuverkaufen. Deshalb dürfen die Freiwilligen ihre eigenen Taschen füllen. Simon van de Veer profitiert davon nicht finanziell: «Ich mache es nur für das gute Gewissen.» Nächstes Jahr soll noch mehr Gemüse gerettet werden, sagt Annekathrin Jezler von der OGG: «Wir sind dieses Jahr zu spät dran.»

Wir müssen alle am selben Strick ziehen.
Autor: Annekathrin JezlerOekonomische und Gemeinnützige Gesellschaft

Es seien bereits mit mehreren Gemüseproduzenten Gespräche geführt worden. Das Interesse sei durchaus vorhanden. Das Ziel der OGG ist, eine möglichst direkte Verbindung zwischen freiwilligen Helfern, Gemüseproduzenten und Abnehmern herzustellen, um Gemüse zu retten, das sonst zu Kompost geworden wäre.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Walter Mathys (wmathy)
    Hunger ist der beste Koch.. Spiess umdrehen und nur noch Handelunwürdiges Gemüse in die Läden bringen. Aber eben: Viele haben schon ein Problem, Gemüse zu kochen und ein akzeptables Menue zu zubereiten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Paul Grunder (Zimmermeister)
    Wer macht eigentlich all diese idiotischen Normen ?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Heinz Hugentobler (hevrins)
    Ich finde es unglaublich, da wird tonnenweise Gemüse u.a.m., weil die Produkte nicht "ladenkonform" sind und aussehen, vernichtet. Liebe Bauern, richtet Selbsterntestände ein, wie bei Blumen oder Beeren, für nicht konforme Produkte, verlangt einen vernünftigen Preis. Viele Leute mit bescheidenen Mittel wären dankbar, sich etwas billiger mit diesen Produkten eindecken zu können. Ich sehe dies in unserer Region was alles liegen bleibt, jedoch problemlos konsumiert werden könnte.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen