Berner Alternativszene lanciert den Bonobo

Ab Januar soll in verschiedenen Betrieben in Bern mit der Alternativwährung Bonobo gezahlt werden können. Der Verein «Bon ohne Boss», kurz Bonobo, will damit den alternativen Wirtschaftskreislauf fördern.

Lanciert wird das Tauschmittel am 24. Januar an der Tour de Lorraine, wie der Verein Alternativwährung Bonobo mitteilt. Die Besucher der Gegenveranstaltungen zum WEF werden mit ihrem Eintritt jeweils 5 Bonobo erhalten.

Eine Frau mit mehreren Einkaufstaschen am Arm, in der Hand eine Kreditkarte.

Bildlegende: Der Bonobo soll dem «Wachstumszwang» entgegenwirken. Colourbox

Ab diesem Moment sollen diese Bons als Zahlungsmittel in Betrieben kursieren, die dem Verein beitreten. Die Vereinsgründer aus der alternativen Szene sind zuversichtlich, dass der alternative Währungskreislauf funktionieren wird. Im Vorfeld der Vereinsgründung hätten rund 20 Berner Betriebe ihr Interesse an Bonobo signalisiert, sagt Vereinsmitglied Christa Ammann. Zu den Betrieben gehören laut der Stadträtin der Alternativen Linken unter anderem Restaurants, Lebensmittelläden, Druckereien und Informatikbetriebe.

Wechselstube für Bonobos

Um das Vertrauen der Beteiligten zu gewinnen, soll das erste Jahr als Probelauf dienen. Dann können die teilnehmenden Betriebe die Bonobo ohne Verlust in Schweizer Franken umtauschen. Um den Währungskreislauf unter Kontrolle zu halten, haben die Bons ein Ablaufdatum. Die Konsumenten müssen die Bonobo also jeweils innert einer bestimmten Frist gegen Leistungen oder Waren umtauschen.

Der Umtausch soll an einem zentralen Ort möglich sein. Wo dies sein wird, ist laut Christa Ammann noch offen. Die Initianten hoffen, dass sich ein Laden oder eine Restaurant als Umtauschzentrale zur Verfügung stellt. Das Modell einer Alternativwährung existiert in der Schweiz bereits in Basel.

Erfahrungen mit Alternativwährung in Basel

In Basel haben sich rund 100 Betriebe und Institutionen dem Netzwerk «BonNetzBon» (BNB) angeschlossen. Unter ihnen finden sich Restaurants, alternative Buchläden, Handwerker, Therapeutinnen und Dienstleistungsbetriebe. Laut der entsprechenden Website sind derzeit knapp 29'000 BNB im Umlauf.