Berner Börse sucht neue Geschäftsfelder

Die Berner Börse schrumpft. Immer weniger Unternehmen wollen ihre Aktien über die Plattform in der Berner Altstadt handeln. Jetzt will die Börse den Kunden ausländische Titel anbieten.

Luca Schenk, CEO der Berner Börse, in einem Handelsraum.

Bildlegende: Luca Schenk, CEO der Berner Börse, in einem Handelsraum. SRF

Das Bahnunternehmen BLS, die Berner Oberland Bahnen und die Hotelkette Victoria Jungfrau Collection sind drei Beispiele von Unternehmen, die in diesem Jahr der Berner Börse den Rücken kehren. Rund 40 Titel werden an der BX Berne Exchange aktuell noch gehandelt. Vor etwas mehr als zehn Jahren waren es noch fast doppelt so viele. Damit sinkt auch der Umsatz der Börse.

Jetzt will die Berner Börse Gegensteuer geben und ein neues Geschäftsfeld erschliessen. Ab Mitte November sollen Kunden über die Berner Börse auch ausländische Aktien kaufen können. Im Angebot werden 1200 Titel aus 20 Ländern sein. «Es wird also möglich sein, in Bern auch die Aktie von Apple zu kaufen», sagt Börsenchef Luca Schenk im «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis». Vorteil davon sei: die Kunden müssten keine ausländischen Währungen mehr kaufen, könnten nach Schweizer Regeln handeln und bezahlten die günstigeren Inlandsgebühren. Zudem sei der Handel schneller.

Gewinner Berner Kantonalbank

Während die Berner Börse Abgänge beklagt, freut sich die Berner Kantonalbank. Sie bietet seit 2004 mit der OTC-X eine Plattform an, auf der Aktiengesellschaften ihre Titel handeln können. Hierhin wechseln die BLS, die Berner Oberland Bahnen oder die Victoria Jungfrau Collection. Sie sparen damit Gebühren und unterstehen weniger strengen Standards.

Die OTC-X versucht aber, insbesondere was die Berichterstattung angeht, mit den Börsen mitzuziehen. «Wir schauen, dass die Unternehmen den Investorenbedürfnissen nach vermehrter Kommunikation nachkommen», sagt BEKB-Handelschef Stephan Bichsel.