Berner Hausbesitzer werden in die Pflicht genommen

In der Stadt Bern sollen Hausbesitzer verpflichtet werden können, ihre Gebäude an Verteilnetze erneuerbarer Energien anzuschliessen - zum Beispiel an Fernwärmenetze. Das sieht die Stadtregierung in der neuen Energie- und Klimastrategie 2025 vor.

Ob für die neue Pflicht die städtische Bauordnung angepasst oder ein eigens dafür geschaffenes städtisches Energiegesetz geschaffen wird, das sei noch nicht entschieden, sagte der Stadtberner Sicherheits-, Umwelt- und Energiedirektor Reto Nause an einer Medienkonferenz. «So oder so: Die Stimmberechtigten werden das letzte Wort haben.»

Leitungsrohre eines Projekts in Einsiedeln.

Bildlegende: Fernwärmenetze fördern: Ein Ziel der Stadt Bern. (Im Bild ein Projekt in Einsiedeln.) Keystone

In der neuen Energie- und Klimastrategie 2025 formuliert die Stadt Bern das Ziel, den Anteil erneuerbarer Energien in der Wärmerzeugung bis ins Jahr 2025 im Vergleich zu 2013 von 11 auf 40 Prozent zu steigern. Strom soll im Jahr 2025 zu 65 Prozent aus erneuerbaren Quellen stammen. Langfristig strebt die Stadt Bern an, eine 2000-Watt-Gesellschaft zu sein, also ein Gebiet, in dem jeder Mensch pro Jahr mit 2000 Watt Energiebedarf pro Jahr auskommt.

Die Berner Energie- und Klimastrategie 2025 ist eine Weiterentwicklung der städtischen Energiestrategie 2006 - 2015.

«Auch eine wirtschaftliche Überlegung»

Dass noch viel mehr Berner Haushalte mit erneuerbaren Energien versorgt werden sollen, sei auch wirtschaftlich sinnvoll, sagt Gemeinderat Reto Nause: «Es ist viel intelligenter, wenn wir lokale Energien nutzen, als wenn wir für Öl Milliardenbeträge in zweifelhafte Länder abfliessen lassen.»