Berner Kantonsparlament will Schutzzonen für Bienen

Den Schweizer Bienen soll es besser gehen. Das will der bernische Grosse Rat. Er hat der Kantonsregierung den Auftrag gegeben, das Gesetz so anzupassen, dass geschützte Belegstellen für Bienenköniginnen eingerichtet werden können.

Ein Imker beugt sich über einen Bienenkasten

Bildlegende: Der Schutz der Bienen soll im bernischen Landwirtschaftsgesetz ausgebaut werden. Archivbild/SRF

Es brauche spezielle Stationen zur erfolgreichen Zucht krankheitsresistenter Bienenvölker, sagte SVP-Grossrat Lars Guggisberg im Rat. Die Belegstationen werden auf über 1000 Meter über Meer eingerichtet, abseits der konventionellen Bienenhaltung.

Nur mit der Bienenkönigin genetisch verwandte Bienenvölker mit den erwünschten Merkmalen sollen dort herumfliegen. Zum Schutz dieser Zucht braucht es Schutzzonen von mehreren Kilometern Durchmesser. Einige wenige Kantone hätten solche Belegstationen mit Schutzzonen darum herum bereits eingerichtet, so Guggisberg.

Regierung: Ja, aber...

Bei der bernischen Kantonsregierung stiess Guggisbergs Vorstoss auf offene Ohren: Es gebe bereits zehn solche Belegstationen im Kanton Bern. Es liege auch ein Konzept zur Bienenförderung im Kanton vor, hatte die Regierung den Grossen Rat in ihrer Antwort auf den Vorstoss wissen lassen.

Guggisbergs Vorstoss komme einfach ein bisschen zu früh, machte der kantonale Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher im Berner Rathaus deutlich: Die Kriterien für die Errichtung von Schutzzonen rund um die Belegstationen seien noch nicht definiert. Diese müssten von den Bienenzuchtorganisationen noch erarbeitet werden.

Es gelte, angesichts der Bedeutung der Biene für den Menschen und angesichts zahlreicher Bienenkrankheiten Druck aufzusetzen. Nahezu einstimmig überwies der Rat Guggisbergs Vorstoss als Motion und damit als verbindlichen Auftrag.

Damit muss nun der bernische Regierungsrat eine Änderung des kantonalen Landwirtschaftsgesetzes in die Wege leiten. Eine zwangsweise Durchsetzung des Schutzes der Belegstellen verlange nach einer Gesetzesrevision, schreibt die Kantonsregierung.