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Bern Freiburg Wallis Berner Kantonsregierung bleibt rot-grün

Philippe Perrenoud (SP) bleibt in der Regierung, sein Herausforderer von der SVP hat die Wahl knapp nicht geschafft.

Der Sonntagnachmittag war äusserst spannend. Lange war nicht klar, wer den entscheidenden Sitz holen kann: Der bisherige Philippe Perrenoud (SP) oder der Herausforderer Manfred Bühler (SVP). Um 18 Uhr wird klar: Philippe Perrenoud bleibt, Rot-Grün dominiert also weiterhin die Berner Regierung.

Auch die anderen sechs Regierungsmitglieder sind wiedergewählt. Am besten schnitt Beatrice Simon (BDP) ab, gefolgt von Christoph Neuhaus (SVP), Bernhard Pulver (Grüne), Hans-Jürg Käser (FDP), Andreas Rickenbacher (SP) und Barbara Egger (SP).

Von der Mitte sind Marc Jost (EVP) und Barbara Mühlheim (GLP) erfolglos angetreten. Die beiden parteilosen Bruno Moser aus Biel und Josef Rothenfluh aus Lengnau wurden ebenfalls wie erwartet nicht gewählt. Die Simmbeteiligung betrug 30 Prozent.

Legende: Video Perrenoud setzt sich durch abspielen. Laufzeit 1:32 Minuten.
Vom 30.03.2014.

Mehr Stimmen für Bühler, aber…

Eigentlich holte Manfred Bühler mehr Stimmen als Philippe Perrenoud. Doch ausschlaggebend war der Jura-Sitz. Dieser Sitz geht an den Kandidaten mit dem sogenannt höheren geometrischen Mittel – einem komplizierten Rechnungssatz, der die Stimmen aus dem Kanton und dem Berner Jura miteinberechnet.

Bei dieser Berechnungsmethode werden die Stimmen der Kandidierenden für den Berner Jura und den Gesamtkanton getrennt ermittelt und dann miteinander multipliziert. Aus dieser Zahl wird die Wurzel gezogen. Da konnte Philippe Perrenoud besser punkten.

Legende: Video Claude Longchamp zum Wahlresultat abspielen. Laufzeit 2:27 Minuten.
Vom 30.03.2014.

Was bedeutet das Wahlresultat – verschärft sich nun die Kluft zwischen der rot-grünen Regierung und dem bürgerlichen Parlament? «Vordergründig könnte man diesen Eindruck gewinnen, weil der bürgerliche Kandidat aus dem Jura im Gesamtkanton mehr Stimmen gemacht hat als der rot-grüne Kandidat», kommentiert Politologe Claude Longchamp das Resultat. «Allerdings müssen sich die Bürgerlichen selber an der Nase nehmen: Sie waren es, die 1990 das Gesetz eingeführt haben, dass der Berner Jura seinen Regierungsrat selber wählen können soll.»

Ergebnis Regierungsratswahlen 2014

Beatrice Simon (BDP)
128'862
Christoph Neuhaus (SVP)
119'509

Bernhard Pulver (Grüne)

118'732
Hans-Jürg Käser (FDP)
109'600
Andreas Rickenbacher (SP)

108'822
Barbara Egger (SP)

105'006
Philippe Perrenoud (SP)

86'469
Manfred Bühler (SVP; nicht gewählt wegen Berechnung Jura-Sitz)
94'957
Marc Jost (EVP; nicht gewählt)59'848
Barbara Mühlheim (GLP; nicht gewählt)46'606
Bruno Moser (parteilos; nicht gewählt)23'815
Josef Rothenfluh (parteilos; nicht gewählt)19'967

Bern hat gewählt

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Alle Resultate sowie Hintergründe finden Sie in unserer Online-Rubrik Wahlen Bern.

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68 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Leuthard, Bern
    Nach dieser Logik wären sämtliche National- und viele Ständeräte eigentlich nur Systemwahlgewinner (die Politologie bedankt sich herzlich für ihre Wortschöpfung), auch die SVP-Vertreter. Begreifen sie, dass auch Proporz und Quote durchaus demokratische Begriffe sind?
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  • Kommentar von alfred tanner, biel
    Bei diesem Wahlausgang bleibt nur die Hoffnung auf den bürgerlichen Grossrat!
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    1. Antwort von S.Röthlisberger, Aargau
      Soweit ich mich erinnern kann, hat der Grossrat die Budgethoheit. Ach du Schreck, das würde ja bedeuten dass die Bürgerlichen mitschuldig an der finanziellen Lage sind. Da das aber nicht sein darf, schieben wirs der linken Regierung in die Schuhe. Ich hoffe man hat den Sarkasmus in meiner Aussage verstanden.
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  • Kommentar von P. Bürger, Schaffhausen
    Manchmal frage ich mich schon ob Forumsteilnehmer wie M. Zelger & R. Anderegg Lohnschreiber der SVP sind.Da werden die Foren mit Kommentaren geflutet & dabei vergisst man doch, dass es sich um Wahlen in einem Kanton handelt,in welchem diese Menschen weder Einfluss, noch Vor-oder Nachteile in Kauf zu nehmen haben. Der Kanton Bern hat demokratisch gewählt & die Resultate widerspiegeln den Wunsch der Menschen & NICHT der Doktrin dieser Schreiberlinge! Das ist gut so! Das ist lebendige Demokratie!
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    1. Antwort von R.Anderegg, Zürich
      Ich frage mich schon, weshalb solche Leute wie Herr Bürger nun so dünnhäutig reagieren? Weil die BDP gestern massiv verloren hat? Als die BDP vor 4 Jahren massiv gewann, da war es wohl für Herrn Bürger&Konsorten kein Problem, als sich dazu auch Nichtberner positiv äußerten. Aber bei einer BDP-Niederlage in BE sollen dann alle Nichtberner aufs Maul hocken? Wer dermaßen im Höhenflug war wie die BDP und sich ins Scheinwerferlicht stellt, der muss nun in der Niederlage damit nicht kneifen!!
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