Berner Landschaftspflege: weniger Projekte – gleich viel Geld

Im Kanton Bern soll die Vernetzung von ökologischen Ausgleichsflächen neu zentral koordiniert werden. Statt 150 soll es noch 11 Projekte geben – statt Gemeinden und Regionen wäre nur noch der Kanton zuständig. Diese Pläne stossen im Oberland auf Widerstand.

Blick in eine intakte Kandschaft.

Bildlegende: Die Pflege der Landschaft bringt den Landwirten zusätzliche Direktzahlungen. Keystone

Eine intakte Landschaft ist nicht nur wichtig für den Tourismus, sie bringt auch den Landwirten die Möglichkeit, zusätzliche Direktzahlungen zu erhalten. Zum Beispiel dann, wenn sie zwei ökologische Ausgleichsflächen mit einer Hecke oder einer Trockensteinmauer verbinden beziehungsweise vernetzen. Deshalb werden solche Vorhaben Vernetzungsprojekte genannt.

Im Kanton Bern gibt es derzeit 150 solche Vernetzungsprojekte. Das seien viel zu viel, findet Niklaus Bernhard von der Volkswirtschaftsdirektion. In Zukunft soll es deshalb nur noch 11 Projekte geben. «Das macht den Vollzug einfacher und transparenter.» Ein Bauer im Oberland habe dann die gleichen Voraussetzungen wie ein Bauer im Oberaargau. Gerade die Bauern hätten einen Systemwechsel und eine Vereinfachung der Strukturen gewünscht.

Auf die Höhe der zusätzlichen Direktzahlungen für die Landschaftspflege habe dies keine Auswirkungen, sagt Niklaus Bernhard weiter. Es sei nämlich der Bund, der diese Vernetzungsprojekte zu 90 Prozent finanziert

Widerstand im Oberland

Peter Flück, Präsident der Regionalkonferenz Oberland Ost kann den Plänen des Kantons nichts abgewinnen. Die Projekte laufen gut und bringen rund zwei Millionen Franken in das östliche Oberland.

Zudem schätze er die Nähe zu den Bauern. Er befürchtet, diese gehe mit den neuen Strukturen verloren. «Wir sehen nicht ein, weshalb man das System nun ändern will.»