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Bern Freiburg Wallis Berner Rothirsche verwüsten Freiburger Wälder

Auf der Suche nach Futter wandern viele Rothirsche im Winter aus dem Berner Oberland via Jaunpass in den Kanton Freiburg. Dort richten sie vor allem in den Wäldern des Greyerzerlandes grosse Schäden an. Nun wollen die Kantone Bern, Freiburg und Waadt ein gemeinsames Rothirschkonzept ausarbeiten.

Ein Hirsch kämpft sich durch Schneemassen.
Legende: Das Nahrungsangebot im Winter ist für Rothirsche nicht besonders üppig - vor allem in den Bergen nicht. Keystone

Das Futterangebot für Rothirsche im westlichen Berner Oberland wird im Winter knapp. Deshalb wandern zahlreiche Tiere via Simmental über den Jaunpass ins Greyerzerland. In den Freiburger Wäldern ist das Nahrungsangebot im Winter üppiger als in den Berner Bergen.

Wenig Freude an den wandernden Hirschen haben die Freiburger Waldbesitzer. Die Rothirsche aus dem Kanton Bern richten in den Freiburger Wäldern grosse Schäden an. Nun haben die drei Kantone Bern, Freiburg und Waadt beschlossen, das Rothirschproblem gemeinsam zu lösen. Denn auch aus der Waadt wandern die Hirsche im Winter gerne in den Kanton Freiburg.

Freiburg möchte, dass Bern mehr Hirsche erlegt

In den drei Kantonen diskutieren die Verantwortlichen zurzeit verschiedene Möglichkeiten, wie das Problem zu lösen wäre. Marc Mettraux vom Amt für Wald, Wild und Fischerei des Kantons Freiburg skizziert eine davon: «Wenn der Kanton Bern während der Jagdperiode im Herbst mehr Rothirsche als bis anhin erlegen würde, könnte uns das im Kanton Freiburg sicher helfen.»

Im Kanton Bern dagegen ist man diesbezüglich skeptisch. «Unser Ziel ist es, dass sich der Rothirsch im Kanton Bern wald- und landwirtschaftsverträglich ausbreiten kann», sagt Jagdinspektor Peter Juesy. «Im Kanton Bern erträgt es eigentlich noch mehr Hirsche als die 1200 Exemplare, die wir haben». Und: «Das westliche Oberland ist sowieso noch relativ dünn besiedelt, deshalb greifen wir dort nicht so stark in die Hirschpopulation ein.» Der Kanton Freiburg und der Kanton Bern müssten sich deshalb in der Frage der gezielten Abschüsse zur Regulierung der Hirschpopulation noch etwas finden.

Ziel ist es gemäss Jagdinspektor Juesy, dass alle drei Kantone die Bewirtschaftung der Rothirsche auf dieselbe Art und Weise anpacken. Das bedeutet, dass die drei Kantone beispielsweise künftig auch die Jagdzeiten oder die Schadenserfassung in den Wäldern aufeinander abstimmen und ähnlich handhaben würden.

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