Berner Skywork verhindert mit Deutscher Partnerschaft den Absturz

Die Berner Skywork Airlines stand kurz vor dem Aus. Geschäftsleitung und Verwaltungsrat diskutierten bereits über einen geordneten Rückzug des Unternehmens. Statt eines Groundings kommt es jetzt zu einer strategischen Partnerschaft mit der Deutschen MHS Aviation.

Ein Mann bei einem Interview mit Journalisten.

Bildlegende: «Der Skywork drohte in den letzten Monaten das Ende», sagt der neue Skywork-CEO Rolf Hartleb. SRF

Statt von einem Grounding will der neue Skywork-Chef Rolf Hartleb lieber von einer Softlandig sprechen. Also einer weichen, statt harten Landung, wie man Skywork geordnet vom Berner Himmel hätte runterholen können.

Geordneter Rückzug war geplant

«Die letzten Monate waren kritisch», sagt er. Die Firmenspitze und der Verwaltungsrat sollen gemäss Hartleb darüber diskutiert haben, nach dem Sommergeschäft den Betrieb einzustellen, den Mitarbeitern zu künden und einen Sozialplan auszuarbeiten. «Ein Konkurs kam jedoch für die Investoren nie in Frage», so Hartleb.

Die Berner Skywork Airlines hat im letzten Moment die Kurve jedoch noch gekriegt. Statt eines Groundings geht Skywork eine strategische Partnerschaft mit der Deutschen Chartergesellschaft MHS Aviation ein. Die beiden Fluggesellschaften beteiligen sich gegenseitig zu gleichen Teilen am anderen Unternehmen. Weitere Details wurden nicht bekanntgegeben. Unklar bleibt ebenfalls, wer neues Geld in die defizitäre Fluggesellschaft steckt und wem die Airline gehört.

Die deutsche MHS Aviation ist unter anderem auf Flüge mit Business-Jets spezialisiert und will in den Linienverkehr einstiegen. Als Mitgift in diese «Mini-Ehe» bringe die Gesellschaft etwa Strecken ein, die Skywork künftig fliegen könnte, sagte Gerd Brandecker, Gesellschafter von MHS Aviation.

5 bis 6 Millionen sparen

Skywork dürfte aber insbesondere von der hauseigenen Wartung durch MHS Aviation profitieren, wie der neue Skywork-Chef Hartleb sagte. Potential für Kosteneinsparungen gebe es aber auch bei gewissen administrativen Aufgaben.

Porträt

Bildlegende: Ex-Chef Tomislav Lang. Keystone

«Wir werden jeden Bereich von Skywork unter die Lupe nehmen», sagt Gerd Brandecker von MHS Aviation gegenüber dem «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» vom Freitagabend. Das Ziel sei es, im ersten Jahr 5 bis 6 Millionen Franken zu sparen.

Den Weg für die Zusammenarbeit mit MHS Aviation soll der abtretende Skywork-Chef Tomislav Lang frei gemacht haben. Lang habe die Partnerschaft initiiert und ermöglicht, indem er sich als Gesellschafter zurückgezogen und seine Skywork-Anteile verkauft habe. Lang hat am Freitag seine Mitarbeiter informiert und sein Büro geräumt.