Zum Inhalt springen

Berner Spardebatte Freudentränen im Berner Rathaus

Die Gartenbauschulen Oeschberg und Hünibach werden vom Sparstift verschont. Wenn auch mit neuen Auflagen.

Zwei Lernende mit Gartenbauschule-T-Shirt auf der Tribüne des Rathauses
Legende: Gebannt verfolgten Lernende und Angestellte der Gartenbauschule Hünibach die Spardebatte im Berner Rathaus. Christine Widmer/SRF

Fast anderthalb Stunden lang diskutierte der Grosse Rat über die beiden Schulen und die Sparvorschläge der Berner Regierung. Diese wollte auf dem Oeschberg und in Hünibach ab 2021 etwas mehr als zwei Millionen Franken einsparen.

Eine Zusatzleistung des Kantons

Die Berner Regierung hatte die beiden Kürzungsvorschläge mit den Argumenten begründet, vor zwölf Jahren habe der Kanton in der Lehrstellenkrise auf dem Oeschberg Floristen-Lehrstellen geschaffen, nun könne er sie auch wieder abschaffen.

Beim Angebot in Hünibach gehe es um eine Ausbildung nach biologisch-dynamischen Grundsätzen. Diese Richtung sei in der eidgenössischen Berufsbildungsverordnung nicht vorgesehen, der Beitrag des Kantons Bern also eine Zusatzleistung.

Blick in den Saal
Legende: Die Berner Regierung – am Rednerpult Erziehungsdirektor Bernhard Pulver – sah bei den Gartenbauschulen Sparpotenzial. Christine Widmer/SRF

Bei der Parlamentsdebatte wurde mehrfach betont, dass die Gartenbauschule Hünibach auch Jugendliche mit besonderem Unterstützungsbedarf ausbildet. Votantinnen und Votanten sagten, wenn diese Ausbildungsplätze verloren gingen, landeten Jugendliche in der Sozialhilfe und der Kanton Bern spare gar nicht. Es hiess auch, anders als bei anderen Sparvorschlägen gehe es hier um Sein oder Nichtsein einer Institution.

Zwei Frauen auf der Tribüne
Legende: Sorgenvolle Gesichter während der langen Debatte. Christine Widmer/SRF

Schliesslich hat sich das Parlament gegen die Sparpläne der Kantonsregierung bei den Gartenbauschulen Oeschberg und Hünibach ausgesprochen. Allerdings fordert der Grosse Rat in beiden Fällen Anpassungen.

Bezüglich Hünibach überwies der Grosse Rat am Montag der Kantonsregierung die Forderung, mit der Gartenbauschule eine neue Leistungsvereinbarung auszuarbeiten. Diese soll den Fortbestand der Schule sichern, aber auch den Eigenfinanzierungsgrad der Schule mittel- und langfristig nach oben treiben.

Zwei Frauen liegen sich in den Armen
Legende: Trotz der neuen Auflage: Die vorläufige Rettung der Gartenbauschule Hünibach löst auf der Tribüne grosse Freude aus. Christine Widmer/SRF

Der Grosse Rat folgte mit 76 zu 67 Stimmen einem Antrag der Minderheit der grossrätlichen Finanzkommission (Fiko) respektive der Grünen. Auch eine Reihe von Grossratsmitgliedern mehrerer Parteien aus der Region Thun hatte sich in einer Motion in diesem Sinn ausgesprochen. Diese Motion nahm der Rat mit Stichentscheid von Grossratspräsidentin Ursula Zybach (SP) mit 71 zu 70 Stimmen an.

Oeschberg muss anders sparen

Auf dem Oeschberg soll der Kanton weitermachen mit der Ausbildung von Floristinnen und Floristen. Er soll aber den Betrag, den er durch den Verzicht auf diese Ausbildung eingespart hätte, durch «strukturelle Anpassungen» am Bildungszentrum Emme (BZ Emme) einsparen.

Zu diesem Bildungszentrum gehört die Gartenbauschule Oeschberg heute. Es geht um 300'000 Franken, die so eingespart werden sollen. Der Grosse Rat folgte damit einem Antrag von Peter Sommer (FDP). «Das geht dann auch nicht schmerzlos», sagte der bernische Erziehungsdirektor Bernhard Pulver zu diesem Antrag.

Das Berner Kantonsparlament debattiert während mehrerer Tage über 155 Sparmassnahmen, die die Regierung zusammengestellt hat.

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Adrian Flükiger (Ädu)
    Immerhin etwas. Nun die richtigen Schlüsse aus dieser Debatte ziehen und die Bürgerlichen am 25. März 2018 bei den Berner Wahlen noch richtig in die Schranken weisen, indem man jene Leute und Parteien wählt, die hier geholfen haben, diesen Abbau zu verhindern: SP und Grüne!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen