Berner Spitäler müssen Ärzte ausbilden

Wenn ein Spital keine oder zu wenig Ärzte weiterbildet, soll es künftig eine Ausgleichszahlung leisten müssen. Im Visier des Kantonsparlaments sind vor allem die Privatspitäler.

Zurzeit bildeten vor allem öffentliche Spitäler Ärzte weiter, sagt Grossrätin Barbara Mühlheim (Grünliberale). Das führe zu einer Wettbewerbsverzerrung zugunsten der Privatspitäler. Denn wenn ein Spital Ärzte weiterbilde, bedeute das eine zusätzliche finanzielle Belastung. Darum brachte sie - zusammen mit 24 weiteren Parlamentariern - diesen Vorschlag ein: Wenn Spitäler zu wenig oder gar keine Ärzte ausbilden, sollen sie zur Kasse gebeten werden.

Und die Mehrheit des Grossen Rates war einverstanden: Mit 141 Ja zu 2 Nein hat das Parlament der Regierung den Auftrag erteilt, das Spitalversorgungsgesetz entsprechend anzupassen.

Ärzte vor einem Bildschirm. (Symbolbild)

Bildlegende: Im Kanton Bern soll es mehr Praktikumsplätze für angehende Ärzte geben. Keystone

Die Kantonsregierung hätte den Auftrag lieber als weniger verbindliches Postulat angenommen. Das Anliegen sei prüfenswert, hatte sie dem Grossen Rat geschrieben. Doch wenn der Kanton Spitäler zu Ausgleichszahlungen verpflichten wolle, müssten die Entscheide vor dem Recht bestehen können. Das Thema sei «von nicht zu unterschätzender Komplexität». Deshalb wolle die Regierung zusammen mit den Spitälern ein Konzept entwickeln, und das brauche etwas Zeit.