Berner Studie ergründet die Motive erwachsener Musikschüler

Ein Musikinstrument zu spielen macht nicht nur Spass, es ist auch Training fürs Gehirn. Kein Wunder nutzen immer mehr Menschen über 50 das Angebot von Musikschulen. Was die Erwachsenen motiviert und wie sich Lehrer an die Bedürfnisse der Schüler anpassen müssen, zeigt eine neue Studie.

Hände, die Klavier spielen.

Bildlegende: Ältere Menschen lernen vor allem aus Spass im Alter noch ein neues Instrument. zvg

Die eigenen Wünsche rücken wieder mehr in den Vordergrund, wenn die Kinder erwachsen und ausgezogen sind, oder das Arbeitsleben vom Ruhestand abgelöst wird. Viele nutzen das Mehr an Zeit, um ein Instrument zu lernen.

«Mit der Musik erfülle ich mir einen lang gehegten Traum», war denn auch einer der Gründe, welche die Befragten einer Studie als Motivation für den Musikunterricht angaben.

Forschende der Fachhochschule und der Hochschule der Künste Bern haben in detaillierten Interviews mit rund 40 Musikpädagogen und Lernenden über 50 untersucht, was die Generation 50plus motiviert, ein Instrument zu lernen.

Teilweise zu hoch gesteckte Ziele

Laut der Studie, stehen für einige der Musikschüler Spass, Zusammenspielen und soziale Kontakte im Vordergrund, für andere die geistige und kreative Herausforderung. Letztere wagen sich an komplexe Musikstücke und setzen sich mitunter zu hohe Ziele.

Um Frustrationen zu vermeiden, müssten Lehrpersonen als Coaches fungieren und die Lernenden beim Erreichen ihrer Ziele unterstützen, aber allenfalls auch eingreifen, wenn die Erwartungen der Lernenden zu hoch sind. Dabei spielen auch physische Grenzen wie Schmerzen oder auch Versagensängste eine Rolle.

Erwachsene Instrumentenschüler seien zudem kritischer gegenüber sich selbst und dem Unterricht und stellten hohe Erwartungen an die Lehrpersonen. Für diese haben die Forschenden daher einen Online-Leitfaden erarbeitet, um sie bei der Wahl der richtigen Unterrichtsmethoden für ältere Lernende zu unterstützen.