Bernische Regierung will Unterricht an Gymnasien vereinheitlichen

Im Kanton Bern sollen in Zukunft alle vier Jahre des gymnasialen Unterrichts an einem Gymnasium absolviert werden. Das erste «Gymer»-Jahr an einer Sekundarschule würde wegfallen.

Schriftzug des Gymnasiums Kirchenfeld

Bildlegende: Der gymnasiale Unterricht gehört ans Gymnasium, findet die bernische Regierung. Keystone

Die Berner Kantonsregierung möchte die Qualität der gymnasialen Ausbildung verbessern. Dazu schlägt sie einen Systemwechsel vor: Neu soll der «Gymer» überall vier Jahre dauern. Bis jetzt sind im Kanton Bern im 9. Schuljahr unterschiedliche Organisationsformen zugelassen. Diese unterschiedlichen Modelle gaben immer wieder Anlass zu Diskussionen.

Die Regierung hat deshalb einen Bericht erstellen lassen, der drei verschiedene Varianten prüfte. Der Regierungsrat favorisiert nun das sogenannte Modell «Quarta». Dabei findet der Übertritt ins Gymnasium in der 8. Klasse statt. Der Unterricht würde dann nur noch an den Gymnasien erteilt. Die Möglichkeit, diesen Unterricht im 9. Schuljahr in der Sekundarschule zu besuchen, würde wegfallen.

Rund ein Drittel der Schüler betroffen

Das Modell Quarta bringt nach Angaben des Kantons vom Freitag nur für eine Minderheit der Gemeinden und der Schülerinnen und Schüler eine Veränderung. Eine deutliche Mehrheit der Gemeinden hat bereits jetzt das Modell Quarta umgesetzt. Würde dieses Modell überall eingeführt, fielen an den Sekundarschulen im Kanton Bern rund 14 Klassen im 9. Schuljahr weg. Andererseits würden etwa 27 zusätzliche Quartaklassen an Gymnasien eröffnet.

Damit das neue Modell nicht mehr kostet, sollen an den Gymnasien Lektionen gestrichen werden.