Besucher der Museumsnacht steigen die Berner Unterwelt ab

Die Berner Museumsnacht ist einer der Höhepunkte im Berner Kulturleben. Zehntausende nehmen jeweils Ende März an der Museumsnacht teil. Diesen Freitag auf Samstag können die Besucher auch in die ältesten Abwasserkanäle der Stadt hinuntersteigen. Die sogenannten Ehgraben sind heute noch in Betrieb.

Béatrice von Deschwanden im Ehgraben.

Bildlegende: Béatrice von Deschwanden im Ehgraben, dem ältesten Kanalnetz der Stadt Bern. SRF

38 Institutionen präsentieren sich vom Freitag auf den Samstag an der Berner Museumsnacht. Die offenen Türen der Museen, Bibliotheken und Archive locken jeweils Zehntausende an. Nur wenige von ihnen können am Freitagabend zwischen 18 Uhr und 2 Uhr in das älteste Kanalisationsnetz der Stadt Bern hinuntersteigen. Das Tiefbauamt öffnet an der Museumsnacht einen der Ehgraben. Das Bauwerk stammt aus dem frühen 17. Jahrhundert und ist  noch immer in Betrieb.

Blick in den Ehgraben mit dem Steg in der Mitte.

Bildlegende: Links und rechts des schmalen Stegs fliessen die Fäkalien in die Kanalisation. SRF

Steiler und anstrengender Ein- und Ausstieg

Der Einstieg befindet sich unterhalb des Berner Rathauses. Über eine Leiter und steile Treppen geht es in den Untergrund. Die Ehgraben in der Berner Altstadt sind rund 8 Kilometer lang. Im Mittelalter wurden die Fäkalien durch sie beseitigt. Damals wurden sie offen zwischen den Häuserzeilen geführt.

Die Ehgraben sind nur schmal und es können nicht zwei Personen nebeneinander gehen. Wer schlecht zu Fuss ist, Platz- oder Höhenangst hat, sollte nicht an den Führungen teilnehmen. Kinder unter 10 Jahren werden  nicht zugelassen.

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