Bieler Finanz-Sanierung nach dem Modell des Kantons Bern

Die Stadt Biel kann sich ab 2015 kein Defizit mehr leisten und braucht deshalb ein Projekt, um seinen Haushalt ins Lot zu bringen. Hilfe kommt vom Basler Professor Urs Müller. Er geht gleich vor wie beim grossen ASP-Sparprogramm des Kantons Bern.

Professor Urs Müller mit dem Bieler Stadtpräsidenten Erich Fehr (links)

Bildlegende: Professor Urs Müller mit dem Bieler Stadtpräsidenten Erich Fehr (links) SRF

Professor Urs Müller von der Universität Basel begleitet Biel auf dem Weg zu einem ausgeglichenen, gesunden Finanzhaushalt. Er hat Erfahrung - denn er ist auch Projektleiter des grossen bernischen ASP-Sparpakets, das im November im Grossen Rat behandelt wird. Auch hier geht's darum, Angebot und Kosten und Verzicht zu überprüfen

Die Grundlage, ob eine staatliche Leistung zu teuer oder zu billig ist, ist der Vergleich. Und nach diesem Prinzip will Urs Müller auch in Biel rechnen. «Wenn eine Leistung vergleichsweise zu teuer ist, heisst das noch nicht, dass man sie einsparen kann. Aber es ist ein klarer Fingerzeig, dass man genau hinschauen sollte», sagt der Basler Professor.

Biel muss sparen. Der Kanton Bern auch. Kumuliert kommt da einiges auf die Gemeinden zu. Was das für Biel bedeutet, steht in den Sternen. «Solange der Grosse Rat über ASP nicht entschieden hat, kennen wir auch die Auswirkungen nicht. Allerdings sollte das kantonale Spar- und Strukturprogramm die Gemeinden gesamthaft nicht mehr belasten,» sagt Experte Urs Müller.

Er fürchtet auch nicht, dass Biel wegen seinen Sparbemühungen an Attraktivität oder Konkurrenzfähigkeit verliert. «Vergleichbare Städte haben die gleichen Probleme und wohl auch die gleichen Lösungen. Bei der Standortgunst spielen dazu nicht nur die Steuern eine Rolle, sondern das Gesamtpaket an Kosten und Leistungen, das abzuwägen ist.»