Bienensterben bei Zäziwil: Aufwändige Spurensuche löst das Rätsel

In Frühling starben im Emmental rund eine Million Bienen. Schnell war klar: Ein verbotenes Gift ist Schuld. Doch wie es in die Umwelt gelangte, blieb ein Rätsel. Zu seiner Lösung brauchten die Behörden viel Geduld und auch etwas Glück.

Eine Biene bestäubt eine Herbstzeitlose.

Bildlegende: Kleinste Spuren von Fipronil bringen Bienen um. Keystone

Über 150 Bienenvölker gingen im Frühling bei Zäziwil im Emmental zu Grunde. Die Imker rätselten, die Behörden suchten nach Ursachen. In Bienenproben wurde darauf der Wirkstoff Fipronil nachgewiesen – ein seit zwei Jahren in der Schweiz verbotenes Gift gegen Läuse und Zecken.

In andern Ländern ist Fipronil legal und wird weiter eingesetzt. Und so ist das Unglück passiert: Eine Firma in Israel hat ein Insektizid für die USA und Braslilien hergestellt - mit Fipronil. Danach war ein Pflanzenschutz-Mittel für die Schweiz dran. Und dazwischen «wurde die Anlage nicht entsprechend gut gereinigt», sagt Hans Peter Baumann vom Kanton Bern gegenüber Radio SRF. Die betroffene Firma habe den Vorgang bestätigt.

Nur Spuren von Fipronil waren in drei Chargen des Pflanzenschutz-Mittels Folpet vorhanden - doch Spuren reichen, um massenhaft Bienen zu töten. Nach ein paar Monaten sei es gelungen, diese Spuren und ihre Quelle zu finden, sagt Hans Peter Baumann, Stabschef des Amtes für Landwirtschaft und Natur des Kantons Bern. Dabei halfen auch die Erkenntnisse eines ähnlichen Falls im Thurgau.

«  Es ist relativ zufällig, dass man bei so kleinen Spuren die Quelle ermitteln kann. »

Hans Peter Baumann
Stabschef des Amtes für Landwirtschaft und Natur des Kantons Bern

Ob die Hersteller-Firma den betroffenen Imkern eine Entschädigung zahlt, ist noch offen. Wichtig ist, dass kein weiteres Pflanzenschutz-Mittel eingesetzt wird, in welchem Spuren von Fipronil vorhanden sind. Die betroffenen Packungen sind bekannt (siehe Liste unten). Sie müssen an die Verkäufer zurückgebracht werden.

Die betroffenen Chargen des Pflanzenschutz-Mittels Folpet:

• Folpet 80 WDG, Bewilligungsinhaber: Leu & Gygax AG, 5413 Birmenstorf, Zulassungsnummer W-6680, Chargennummern B/N 93 13 1607, B/N 93 13 1608 und B/N 93 13 1609

• Phaltan 80 WDG, Bewilligungsinhaber: Omya (Schweiz) AG, 4665 Oftringen, Zulassungsnummer W-5575, Chargennummern B/N 93 13 1607, B/N 93 13 1608 und B/N 93 13 1609

• Folpet 80 WDG, Bewilligungsinhaber: Omya (Schweiz) AG, 4665 Oftringen, Zulassungsnummer W-5446, Chargennummern B/N 93 13 1607, B/N 93 13 1608 und B/N 93 13 1609

• Folpet 80 WDG, Bewilligungsinhaber: Stähler Suisse AG, 4800 Zofingen, Zulassungsnummer W-6660-1, Chargennummern B/N 93 13 1607, B/N 93 13 1608 und B/N 93 13 1609

• Folpet 80 WDG, Bewilligungsinhaber: Schneiter Agro AG, 5703 Seon, Zulassungsnummer W-6897, Chargennummern B/N 93 13 1607, B/N 93 13 1608 und B/N 93 13 1609

• Folpet 80 WDG, Bewilligungsinhaber: Cemag Handels AG, 5413 Birmenstorf, Zulassungsnummer W-5012, Chargennummern B/N 93 13 1607, B/N 93 13 1608 und B/N 93 13 1609

• Folpet 80 WDG, Bewilligungsinhaber: Adama Agriculture Swiss, 8200 Schaffhausen, Zulassungsnummer W-6660, Chargennummern B/N 93 13 1607, B/N 93 13 1608 und B/N 93 13 1609