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Bern Freiburg Wallis Buben missbraucht - Berner Sozialpädagoge vor kleiner Verwahrung

Wegen des Missbrauchs von 21 Buben droht einem Sozialpädagogen im Kanton Bern die kleine Verwahrung. Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung forderten eine mehrjährige Freiheitsstrafe, die zugunsten einer stationären therapeutischen Massnahme aufgeschoben wird.

Legende: Video Prozess gegen Sexualstraftäter abspielen. Laufzeit 1:00 Minuten.
Aus Tagesschau vom 11.11.2014.

Das Urteil wird am Mittwoch eröffnet. Folgt das Regionalgericht Oberland den Anträgen, kann der Mann auf freien Fuss gesetzt werden, wenn die Ärzte dies dereinst aufgrund des Therapieverlaufs für angezeigt halten. Ein Gutachten bescheinigt dem Mann, grundsätzlich therapierbar zu sein.

Der 44-jährige Beschuldigte wünscht sich selber eine kleine Verwahrung, wie er vor Gericht beteuerte. Er ist weitgehend geständig, befindet sich im vorzeitigen Massnahmenvollzug und möchte die Anfang Jahr angetretene Therapie fortsetzen. Diese sei zwar wegen der Auseinandersetzung mit den Delikten schmerzhafter als eine Gefängnisstrafe. Sie gebe ihm aber die Hoffnung auf ein «zweites Leben».

Der Mann zeigte sich reumütig. Er beginne zu begreifen, was er seinen Opfern angetan habe. Zwar habe er niemals körperliche Gewalt angewendet, aber er habe die Buben manipuliert und sich wohl nur eingebildet, das Ganze geschehe einvernehmlich. Die Kinder und Jugendlichen hätten vermutlich einfach mitgemacht, weil sie seine Zuneigung nicht verlieren wollten.

Der Beschuldigte sagte weiter, er sei auch offen für eine chemische Kastration. Pädosexuell werde er sein Leben lang sein. Er wolle aber lernen, mit dieser Neigung zu leben, ohne jemanden zu schädigen.

Der Mann galt als Pionier der Schulsozialarbeit. Bei seiner Tätigkeit in den Kantonen Bern, Baselland und Solothurn schaute offensichtlich niemand genau hin, wenn der Mann Berufliches mit Privatem vermischte und Buben mit nach Hause nahm. So kam es zwischen 1998 und 2011 zu den Übergriffen.

Vertrauen missbraucht

Der Angeklagte habe das grosse Vertrauen von Kindern, Eltern und Lehrern missbraucht, sagte die Staatsanwältin. Er habe seine Fähigkeit, mit schwierigen Kindern umzugehen, schamlos ausgenutzt. Für die Staatsanwältin ist in mehreren Fällen der Tatbestand der sexuellen Nötigung erfüllt.

Gerichtszeichnung aus dem Prozess.
Legende: Gerichtszeichnung aus dem Prozess mit dem ehemaligen Schulzozialarbeiter, links, und den Richtern. Keystone

Der Verteidiger räumte ein, all die Übergriffe seien «schrecklich und unfassbar». Körperliche Gewalt sei aber nie im Spiel gewesen, deshalb treffe der Vorwurf der sexuellen Nötigung nicht zu. Eine Freiheitsstrafe von maximal sechseinhalb Jahren unter anderem wegen sexuellen Handlungen mit Kindern und Schändung sei angemessen. Die Staatsanwältin forderte acht Jahre.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Ch. Gerber, Basel
    21 Leben zerstört und eine Strafe die jeder von uns locker mit der linken Ar***backe Absitzen kann. Aber wenn man die Steuernhinterzieht oder ein Betrug am Staat macht, dann gibt es viel längere und härtere Strafe. Wo ist hier die Gerächtigkeit?
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  • Kommentar von Christophe Bühler, Langnau am Albis
    Vor nicht allzu langer Zeit hatten wir einen Fall von Mehrfachvergewaltiger mit freiwilliger chemischer Kastration. Nachdem er die Geschlechterpreferenz geändert hatte und die falsch Hormondosis bekam tat er es wieder? Ich gestehe, seit P. Brummanns Tod neige ich zur lebenslangen Verwahrung und richtiger Kastration für solchen Typen! Ausnahmslos! Kuscheljustiz genügt nicht. Menschenrechte hin oder her
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    1. Antwort von Peter Escher, Varen / Wallis
      "..kann der Mann auf freien Fuss gesetzt werden, wenn die Ärzte dies dereinst aufgrund des Therapieverlaufs für angezeigt halten..." - das beweist einmal mehr, "Geld-Delikt" = harte Strafe; - Vergehen an Kinder / Menschen... = nicht so tragisch !!!
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  • Kommentar von Ernst Jacob, Moeriken
    Ich habe Erbarmen mit dem Armen, er wusste jeweils nicht was er tat, und nun bereut er, dabei erwischt worden zu sein. Erinnert mich an Den, der auch von seiner dunklen Seite sprach, also über etwas, was doch Jeder hat. Wir sollten eigentlich für ihn sammeln, oder dann, ganz einfach, solchen Männern die Leitungen durschneiden, die für die dunklen Seiten zuständig sind. Wäre zwar menschenrechtswidrig, aber wenigstens nützlich, und hilfreich für Die, die jeweils unter Uebergriffen zu leiden hatten
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