Zum Inhalt springen

Bundesasylzentrum Giffers «Es ist nicht so luxuriös, wie man sich das vorgestellt hat»

Legende: Audio Interesse und Sorgen am Tag der offenen Tür in der Guglera abspielen. Laufzeit 04:39 Minuten.
04:39 min, aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 24.03.2018.

Noch sind die Zimmer im neuen Bundesasylzentrum im freiburgischen Giffers leer. Am 3. April ziehen die ersten Asylsuchenden hier ein. Sie bleiben maximal 140 Tage. Die meisten werden dann in einen anderen Schengen-Staat oder in ihr Heimatland ausgeschafft oder kommen für weitere Abklärungen in einen anderen Kanton.

Etagenbett
Legende: Keystone

Rund 750 Personen aus der Region nutzten die Gelegenheit, sich am Tag der offenen Tür ein eigenes Bild zu machen. «Ich sehe so etwas zum ersten Mal», sagt etwa ein 12-jähriges Mädchen, «es ist interessant zu sehen, wie diese Asylsuchenden leben werden.» Angst habe sie keine, sie mache sich vielmehr Gedanken darüber, was für ein Glück sie habe.

Menschen stehen in kleinen Gruppen vor dem Bundesasylzentrum
Legende: Patrick Mülhauser/SRF

Von 9 Uhr morgens bis um 17 Uhr abends dürfen die Asylsuchenden das Zentrum verlassen. Das hinterlässt bei einer Besucherin, die in der Nähe wohnt, ein mulmiges Gefühl. «Kann man im Sommer noch draussen sitzen?», fragt sie sich. Diese Befürchtung teilt auch Ruedi Vonlanthen, der ehemalige Gemeindepräsident von Giffers. «Ab dem 3. April wird das idyllische Leben in Giffers nicht mehr dasselbe sein», ist er überzeugt.

Raum mit Pingpong-Tisch, Tischfussball
Legende: Keystone

Grundsätzlich ist die Stimmung friedlich. Anders als am denkwürdigen Informationsanlass vor drei Jahren in der Turnhalle Giffers, bei dem es Buhrufe und Pfiffe gab. Eine Besucherin meint dazu: «Wenn man von Anfang an besser informiert gewesen wäre, dann wäre es vielleicht auch nicht so ausgeartet. Die Leute hier sind grundsätzlich nicht so.»

Portrait
Legende: Keystone

Dass die Guglera nun der Bevölkerung offen gestanden habe, sei wichtig gewesen, so der Oberamtmann des Sensebezirks, Manfred Raemy (r. im Bild). «Wir können sofort reagieren, sollte etwas nicht stimmen.» Auch Staatsrätin Anne-Claude Demierre (l.) atmet auf: «Wir spürten eine grosse Unterstützung von der Bevölkerung.» Und ergänzt: «Ich war heute sehr stolz auf den Sensebezirk.»

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

10 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von D. Crabtree (D. Crabtree)
    Solche Einrichtungen sollten sie bei jedem UNO Lager bauen. Asylantrag nur via UNO Lager für den ganzen Schengenraum. Ohne verifizierte Indentität kein Asylantrag. Wer illegal einreist wird postwendend in ein UNO seiner Heimatregion übergestellt. Soll doch die CH Wirtschaft und Investoren Ausbildung und Jobs anbieten müssen. Sowie Forderungen für Schulen und Spitäler füt ihre Mitarbeiter. Aber einfach ins gemachte Nest setzen und lebenslange Ferien mit all inclusive Services fordern geht nicht.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Jörg Frey (giogio)
      Auch Crabtree darf der superschlauen SVP für ihre superschlauen Ideen danken. Spätestens mit Steuerreform 17 wird Crabtree den Obolus für die Millionäre und Millardäre der SVP-Geldeliten bezahlen dürfen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Jürg Sand (Jürg Sand)
    „Die zunächst als Großtat gefeierte Entscheidung, jedes Individuum von außerhalb der EU mit einem einklagbaren Rechtsanspruch auf Prüfung seines Asylrechts oder subsidiärem Aufenthaltsrecht auszustatten, hat sich seit 2015 als eine unhaltbare Einladung zur Masseneinwanderung herausgestellt. Die europäischen Regierungen täten für den Kontinent und seine Glaubwürdigkeit viel, wenn sie ihren Fehler korrigierten.“ Ich hoffe, mit diesem Zitat die „Netiquette“ einzuhalten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Yvonne Zeller (Yvonne Zeller)
      Vielleicht sollte die EU aufhören billige subventionierte Milch, Früchte und Gemüse in Afrika zu verkaufen, damit Bauern dort wieder von etwas leben können.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Jürg Sand (Jürg Sand)
      Klar, Yvonne Zeller, das kann man gerne so machen (ohne das andere zu lassen!). Wäre sehr vernünftig und wahrscheinlich x-mal wirkungsvoller als zehntausende NGO-Mitarbeiter (mit Spitzensalären) in aller Welt zu versorgen und das sinnlose Spiel auf unsere Kosten auf ewig weiterzuführen. Hören wir auf diesen Kontinent zu Bemuttern, vielleicht lernt er dann das Laufen von alleine.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    "Ab dem 3. April wird das idyllische Leben in Giffers nicht mehr dasselbe sein"! Diese Aussage des ehemaligen Gemeindepräsidenten können viele (auch Aussenstehende!) gut nachvollziehen! Solange vorallem junge Asylanten (als reine "Abhauer") aus afrikanischen Länder herkommen und bei einer Anerkennung als "Flüchtling" jahrelang an der Sozialhilfe "angedockt" werden, gehören solche "Bundeszenter" ins Kapitel "Asyl(un)wesen"! Auch schöne Reden und Bilder können diese Fakten nicht vertuschen!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Yvonne Zeller (Yvonne Zeller)
      Was meinen Sie dann bitte mit “Abhauer”? Vielleicht sogenannte Wirtschaftsflüchtlinge die wir, mit unserer Ausbeutung, selber züchten? Oder solche die durch politische Unterdrückung vertrieben werden? Oder die, die offener Gewalt entfliehen? Wir können froh sein werden bei uns (zumindest heute) Menschen nicht vertrieben. Demokratie, Sicherheit (auch wirtschaftliche) und Rechtstaatlichkeit sind für uns schon so selbstverständlich, dass wir uns nicht vorstellen können wie es ist, ohne zu leben.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
      In meinen adm. Ausbildungen sprachen wir oft von "Universal- oder Mustersätzen", wenn man einen Rapport oder eine Bewerbung schreiben sollte! Frau Zeller, Sie machen in Ihrer Belehrung unter "antworten" genau das Gleiche: Es sind ideologisch, linke Standartbehauptungen und abgedroschene Sprüche, die aus linker Sicht einfach immer wieder eingesetzt werden, um von den Fakten abzulenken! Dass der einst gute und humane Flüchtlings-Gedanke zum "Asyl(un)wesen" ausgeartet ist, bleibt leider ein Faktum!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Yvonne Zeller (Yvonne Zeller)
      Lieber Herr Bolliger, vielleicht sind es Mustersätze, vielleicht sind es auch Tatsachen. Was ich bei Ihrer Antwort sehe ist ebenfalls eine gängige Strategie der politischen Rechten: den Fragen aus dem Weg zu gehen und den anderen zu denunzieren. Das Asyl(un)wesen erinnert mich da ebenfalls stark an politische Parolen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von Jörg Frey (giogio)
      Für die Andockung an die Sozialhilfe müssen Sie dringend der SVP danken. Das unselige Arbeitsverbot, entgegen den Empfehlungen aller Fachleute, zwingt ja diese in die Sozialhilfe. Aber typisch superschlaue SVP, anstatt die Leute möglichst schnell in der Arbeitsmarkt zu integrieren, zwingt die SVP diese Leute lieber in der Sozialhilfe. Wieso? Sonst kommen der SVP ihre Wahlkampfthemen abhanden und die einfachen Wähler merken, dass die SVP nur die kleine Leute ausnehmen will. So geht das!!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen