Christina Nigg boxte sich gegen die Männer durch

Als Frauen in der Schweiz noch nicht boxen durften, wurde sie mit einer ausländischen Lizenz Weltmeisterin: Die Thunerin Christina Nigg. Jahrelang kämpfte sie dafür, dass Frauen in der Schweiz auch in den Ring steigen dürfen. Auch heute, mit 52 Jahren, ist sie dem Boxsport treu geblieben.

Zwei Boxer stehen im Ring, Nigg am Rand.

Bildlegende: Christina Nigg gibt in ihrer Boxschule Anweisungen. SRF

Vor gut drei Jahren hat sich Christina Nigg den Traum vom eigenen Boxzentrum erfüllt und in der Nähe vom Bahnhof Thun eine Boxschule eröffnet. Das Training bei ihr sei hart, sagt ein junger Boxer, der bei Christina Nigg im Wettkampftraining ist. Aber sie sei wie eine Mutter für die jungen Boxerinnen und Boxer.

Mit 52 Jahren blickt Christina Nigg auf ihre Karriere zurück. Ihr ehemaliger Trainer André Schenk wollte sie zuerst gar nicht mit den Männern trainieren lassen.

«Dass Frauen kämpfen, stand damals nicht zur Diskussion. Man sah sie vielleicht als Nummerngirl beim Boxen», sagt André Schenk im «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF.

Christina Nigg aber liess sich von solchen Vorurteilen nicht abhalten. Sie setze sich für den Frauenboxsport ein und erreichte nebst 2 WM-Titeln des Verbandes IBC im Halbleicht-Gewicht, dass Frauen in der Schweiz auch Boxwettkämpfe bestreiten dürfen.