Clemens Klopfenstein: Der Freigeist des Schweizer Films

Er klaute vier Mal seine eigenen Filme zurück und erhielt Fördergelder für Filme, die es so gar nie gab: Der Berner Clemens Klopfenstein. Das Kino Kunstmuseum widmet ihm eine Retrospektive.

Clemens Klopfenstein neben einem Radio-Mikrofon

Bildlegende: «Ich hätte das Stativ sowieso nie benutzt»: Clemens Klopfenstein. SRF

Anlass der Retrospektive ist der 70. Geburtstag Klopfensteins, welchen er am 19. Oktober feiert. Klopfenstein machte Filme wie «E Nachtlang Füürland», «Das Schweigen der Männer» oder «Die Vogelpredigt».

Der Berner Filmer galt als erster, der Filme mit einer Handkamera drehte. «Früher durfte man das in der Schweiz gar nicht, man sollte brav mit Stativ filmen. Ich erhielt deshalb zu Beginn auch keine Unterstützung», sagt Klopfenstein, der seit fast 40 Jahren in Italien lebt. Später wurde diese Art zu filmen als «Dogma» bekannt, vor allem durch die Filme des dänischen Regisseus Lars von Trier.

Fördergelder und Filmklau

Er sei schon ein bisschen ein Schlitzohr, sagt Klopfenstein. Und erzählt, wie er beim Bund Fördergelder beantragte für einen Film, den es dann gar nie gab. «Es dauerte immer drei bis vier Jahre, bis die Fördergelder kamen. Bis dann war wieder alles anders. Ich musste doch lebendig bleiben und machen, was damals gerade Sache war.»

Er scheute sich auch nicht, im Streit um Filmrechte seine eigenen Filme zu klauen - quasi als Geisel. «Vier mal arbeitete ich mit Produzenten zusammen, vier mal endete es in einem Prozess», sagt Clemens Klopfenstein, der darum lieber alleine filmt und sein eigener Produzent ist. Ein Freigeist halt? «Irgendwie schon ein bisschen», schmunzelt er.

Retrospektive Clemens Klopfenstein