Spitalclowns bei Operationen Clowns begleiten Kinder vom Eintritt bis zum Aufwachraum

Doktor Gili Gili geht ins Zimmer von Leonie. Das Mädchen ist kurz zuvor ins Spital eingetreten und sitzt etwas ängstlich auf dem Bett. Gili Gili findet sofort den Draht zu Leonie, die Situation entspannt sich. Die ungewohnte Umgebung und der piepsende Blutdruckapparat sind nicht mehr so beängstigend.

Clownin am Bett von Leonie.

Bildlegende: SRF

Vom Pilotprojekt zum festen Bestandteil des Spitalalltags

Die Kinder, die von den Clowns begleitet werden, haben eine ambulante Operation vor sich, sollten also abends wieder nach Hause können. Im Februar 2016 wurde die Operationsbegleitung durch Clowns der Stiftung Theodora als Pilotprojekt eingeführt. Die Reaktionen der Kinder und Eltern, aber auch des Pflegepersonals, waren durchwegs positiv. «Die Clowns lockern die Stimmung auf und verkürzen den Kindern die Wartezeit», sagt Pflegefachfrau Madeleine Acher. «Es ist eine Bereicherung.»

Die beiden Clowns mit Kindern und einem Vater.

Bildlegende: SRF

Ruhigere Kinder und Eltern

Die Spitalclowns sind immer zu Zweit unterwegs. Trallalla und Gili Gili sind erfahrene Spitalclowns. Sie arbeiten seit 12, respektive 22 Jahren für die Stiftung Theodora. Im Unterschied zu den kurzen Nachmittagsbesuchen bei Kindern, die länger im Spital bleiben, sei die Operationsbegleitung richtige Beziehungsarbeit, sagt Doktor Gili Gili alias Gisela Zwahlen. Denn man habe viel mehr Zeit zur Verfügung. Doktor Trallalla alias Regula Stucki ergänzt: «Ich spüre aber auch eine grössere Verantwortung.»

Die Clownin und Leonie mit Zeigefigur.

Bildlegende: SRF

Der Weg zum Operationssaal als Abenteuer

Leonie hat kurz vor der Operation ein «Schnäpschen» erhalten und liegt nun müde im Bett. Doktor Trallalla bastelt aus Ballonen eine Zeigefigur, Leonie kann so der Pflegefachfrau den Weg in den Operationssaal weisen. Die Mutter und die Clownin gehen auch mit – bis in den Anästhesieraum.

Auch Mauro wird von Gili Gili bis in den Vorraum des Operationssaals begleitet. Anästhesist Michael Brunner hatte keine Mühe, sich an diese Begleitung zu gewöhnen. «Die Kinder sind viel ruhiger und auch abgelenkt. Es ist gut, wenn sie sich auf den Clown fixieren können.»

Clownin am Bett von Mauro.

Bildlegende: Gili Gili mit Mauro im Anästhesieraum vor der Operation. Die Clownin ist die Vertraute in der fremden Umgebung. Christine Widmer/SRF

Nicht nur das Pflegepersonal und die Kinder sind von der Begleitung durch die Clowns begeistert, auch die Eltern sehen nur Vorteile. «Mein Kind war viel ruhiger beim runtergehen in den Operationssaal. Das war sehr schön», sagt die Mutter von Leonie. Sechs Stunden sind die Clowns jeweils am Freitag in der Kinderklinik des Inselspitals. Nach der Operationsbegleitung sei sie körperlich jeweils sehr müde, sagt Trallalla, alias Regula Stucki. «Aber geistig erfrischt, dankbar und glücklich.»

Regula Stucki hat über ihre Arbeit als Spitalclown neulich ein Buch geschrieben: Es heisst «Tränen lachen» und ist beim Berner Lokwort Verlag erschienen.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)