Computer statt Protokollführer im Walliser Parlament

Das Walliser Kantonsparlament arbeitet mit einer neuen Stimmerkennungs-Software. Die Anwendung von jungen Informatikern erleichtert die Arbeit wesentlich.

Porträt von Entwickler David Imseng.

Bildlegende: Entwickler David Imseng kann seine Entwicklung im Walliser Parlament bestens testen. SRF

Die Software wurde vom Walliser Start Up Recapp IT entwickelt. Sie kann deutsche und französische Texte automatisch von gesprochener in geschriebene Sprache umwandeln.

Die Entwicklung von jungen Informatikern um David Imseng macht die Arbeit der Protokollführer zwar nicht überflüssig, aber sie erleichtert sie wesentlich. «Unsere Spezialistinnen haben nun mehr Zeit für anspruchsvollere Aufgaben», freut sich der Chef der Walliser Parlamentsdienste, Claude Bumann.

Früher mussten die Memorialistinnen jedes gesprochene Wort mühsam abtippen. Heute korrigieren sie bloss noch Fehler, die der Computer gemacht hat. «Besonders, wenn jemand nicht in seiner Muttersprache spricht und einen starken Akzent hat, lässt die Arbeit des Computers manchmal zu wünschen übrig», sagt Entwickler David Imseng. Die Fehlerquote beträgt zurzeit etwa 10 Prozent.

Entwickler orten Vermarktungspotential

Der Oberwalliser hat einen Doktortitel in Informatik und hofft, dass seine Entwicklung bald auch in anderen Parlamenten genutzt wird. Vorstellbar wäre auch eine Anwendung in ganz anderen Bereichen: Für Ärzte, Gerichtsschreiber oder Polizisten könnte die Software aus dem Wallis dereinst nützlich sein.