Crucell baut vorläufig weniger Stellen ab - aber immer noch 250

Die Biotech-Firma Crucell baut am Wirtschaftsstandort Bern bis Ende 2015 rund 250 von zurzeit 460 Stellen ab. Ende letzten Jahres ging der Konzern noch von einem Kahlschlag von 380 Stellen aus. Was aber nach 2015 passiert, ist völlig offen.

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Crucell baut 250 Stellen ab

2:27 min, aus Schweiz aktuell vom 18.2.2014

Crucell stellt die Produktion zweier Impfstoffe in Bümpliz und Thörishaus ein, ein Kundenauftrag lässt man auslaufen und der Typhus-Impfstoff Vivotif wird noch bis Ende April 2014 hergestellt. Zudem versucht Crucell, dieses Präparat zu verkaufen. Ob es gelingt und Vivotif in Bern weiter produziert wird, ist zurzeit allerdings völlig offen. Das eröffnete die Geschäftsleitung der Belegschaft am Dienstagnachmittag.

Der Abbau kostet 250 Stellen, sie werden 2014 und 2015 schrittweise abgebaut. Wie weit die Standorte Thörishaus und Bümpliz eine Zukunft haben, kann zurzeit nicht einmal das Unternehmen selbst sagen. Und ob es nach 2015 überhaupt weitergeht, steht ebenfalls in den Sternen. «Das ist Kaffeesatzlesen», sagt Crucell-Sprecher Thomas Moser, «die Sache ist etwas kompliziert.» 250 Stellen ist ein herber Verlust, aber (noch) nicht der Kahlschlag mit 380 oder gar 460 Stellen.

Gute Nachricht oder weniger schlechte Nachricht?

Die kantonale Wirtschaftsfachstelle Beco Berner Wirtschaft, die Gemeinde Köniz und auch die Gewerkschaft Unia reagieren auf die Ankündigung verhalten. «Es bleibt ein sehr bedauerlicher Stellenabbau. Wir schauen jetzt, was Crucell wirklich macht. Vorläufig bleibt die Umzonung in Thörishaus sistiert», sagt Ueli Studer, der Gemeindepräsident von Köniz. Denis Grisel von Beco Berner Wirtschaft hofft, dass mit dem Verkauf eines Impfstoffs eine gewisse Produktion in Bern bleibt. «Wir bleiben am Ball. Aber wir sind nicht die, die den Ball spielen.»

Kritik am Unternehmen kommt von der Gewerkschaft Unia. Für sie wäre eine Zukunft machbar gewesen. Zudem ist auch sie relativ unsicher, was jetzt in den nächsten Monaten wirklich geht. Sie wünscht sich mehr Klarheit auch bei der Nutzung der beiden Standorte in Thörishaus und Bümpliz.