Damit das Walliser Kulturerbe nicht überbaut wird

Die rege Bautätigkeit im Kanton Wallis gefährdet das kulturelle Erbe des Kantons. Archäologische Schätze, Denkmäler, Bauten und Landschaften sind oft gefährdet. Das Projekt «Mémoire 21» will Gegensteuer geben. Am Donnerstag haben Experten ihre Massnahmen präsentiert.

Zu sehen ist eine Betonwand und alte Holzscheunen.

Bildlegende: Neues drängt Altes an den Rand: So wie hier in Saas Fee. Keystone

Es ist ein umfassender Plan, den die siebzig Experten im Rahmen des Projekts «Mémoire 21» am Donnerstag präsentiert haben. Über dreissig Massnahmen schlagen sie der Politik und der Bevölkerung vor. Bedrohte Standorte sollen gerettet und das historische Erbe aufgewertet werden. Auch die touristische Vermittlung an ein breites Publikum sei wichtig, so die Expertengruppe.

Während zwei Jahren haben die Experten aus vielen verschiedenen Bereichen ein Inventar des kulturellen Erbes erstellt und Massnahmen zu deren Schutz ausgearbeitet. Betroffen sind bedeutende Landschaften, archäologische Ausgrabungen, Denkmäler und historische Bauten. Das Projekt ist auf Initiative der Archäologischen Gesellschaft Wallis entstanden und wird von vielen Organisationen mitgetragen.

Das Wallis sei seit 7000 Jahren bewohnt, ruft die Walliser Staatsrätin und Kulturdirektorin Esther Waeber-Kalbermatten in Erinnerung. «Es liegen noch viele Überbleibsel im Boden. Doch die heutige Bautätigkeit greift so stark in die Landschaft ein, dass der Schutz auf der Strecke bleibt», so die Kulturdirektorin.

Das Projekt habe Handlungsbedarf aufgezeigt. Politik, Bauherren und Bevölkerung müssten nun sensibilisiert werden. «Bis jetzt haben wir einfach konserviert, was wir ausgegraben haben. Aber der Schutz muss viel umfassender sein», sagt Waeber-Kalbermatten. Das koste aber auch etwas. «Das Geld darf nicht nur in neue Strassen fliessen, auch alte Bauten müssen etwas davon abbekommen.»

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis; 17:30 Uhr)