Das AKW Mühleberg soll nicht überstürzt abgeschaltet werden

Nach den Befürwortern haben sich am Donnerstag auch die Gegner der Initiative «Mühleberg vom Netz» zu Wort gemeldet. Die Initiative gefährde die geordnete Stilllegung, findet ein zur Hauptsache bürgerliches Komitee.

Ein Mann vor einem Plakat.

Bildlegende: Adrian Haas will einen geordneten Ausstieg. Deshalb setzt er sich für ein Nein zur Mühleberg-Initiative ein. Keystone

Am 18. Mai entscheidet das Berner Stimmvolk über die Initiative «Mühleberg vom Netz». Diese sei unnütz, weil die BKW das Kernkraftwerk definitiv 2019 vom Netz nehmen werde, betonte BDP-Grossrat Mathias Kohler vor den Medien. Die Ausserbetriebnahme des Kernkraftwerks würde durch die Annahme der Initiative nicht wesentlich beschleunigt.

Ein Kernkraftwerk lasse sich nicht «husch, husch» stillegen, doppelte SVP-Grossrätin Anne-Caroline Graber nach. «Wir tun gut daran, uns die nötige Zeit zu nehmen», führte sie aus. Bei einer Annahme der Initiative würden BKW-Aktionäre auf Schadenersatz klagen. Dies legten zwei Rechtsgutachten nahe, betonten die Komiteevertreter. Die Regierung rechne mit Schadenersatzklagen in dreistelliger Millionenhöhe. Einen solchen Betrag könne sich der punkto Finanzen bereits auf Diät gesetzte Kanton nicht leisten, sagte EDU-Grossrat Alfed Schneiter.

FDP-Grossrat Adrian Haas gab zudem zu bedenken, dass erneuerbare Energien nicht ganz so schnell, wie oft behauptet, ausgebaut werden könnten. Der fehlende Strom müsse importiert werden und der europäische Energiemix könne mit dem umweltfreundlichen Schweizer Mix bei weitem nicht mithalten. Dem Komitee «Nein zur Mühleberg-Initiative» gehören nach eigenen Angaben unter anderem Vertreter von SVP, BDP, und FDP an, sowie Vertreter von Gewerbe, Industrie und Hauseigentümern.

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