Das Ende des Papiers im Kanton Bern

Das Papierzeitalter soll in der bernischen Kantonsverwaltung bald zu Ende gehen. Spätestens ab 2022 will der Kanton nur noch ein elektronisches Archiv führen.

Alte Akten gestapelt.

Bildlegende: Die Papierakten sollen verschwinden und einem einheitlichen elektronischen System Platz machen. Symbolbild, Colourbox

Für die Beschaffung und Bereitstellung der technischen Infrastruktur beantragt der Regierungsrat einen Rahmenkredit von 15,5 Millionen Franken. Das letzte Wort hat das Parlament in der September-Session.

Heute werden die Akten noch mehrheitlich in Papierform geführt. Jährlich fallen so Dokumente im Umfang von 500 Laufmetern an. Bliebe der Kanton beim Papier, müsste das Staatsarchiv in den nächsten 10 bis 15 Jahren ein Aussendepot bauen. Das würde etwa 50 Millionen Franken kosten, gibt die Staatsarchivarin Barbara Studer zu bedenken.

Gefahr Daten zu verlieren

Heute archivieren die Verwaltungen zum Teil die Akten schon elektronisch, allerdings hat jede Verwaltung ihr eigenes System. «So laufen wir Gefahr, Daten zu verlieren, zum Beispiel wenn ein Computer migriert wird», sagt Staatsarchivarin Barbara Studer. Darum sei die Umstellung auf ein einheitliches System unausweichlich. Das System werde nun evaluiert, beschafft und dann bis 2022 auf allen 6800 Computern der Kantonsverwaltung installiert.