Das grosse Geschäft am «Chuenisbärgli»

Von Jahr zu Jahr verfolgen immer mehr Zuschauer die Skiweltcup-Rennen in Adelboden. Kamen 2006 noch gut 30‘000 Zuschauer, sind es seit 2010 weit über 40‘000. Das Spektakel am Chuenisbärgli wird immer grösser. Gewollt, denn der Grossanlass ist eine wichtige Einnahmequelle für die ganze Region.

Das volle Skistadion am Chuenisbärgli.

Bildlegende: Das volle Skistadion am Chuenisbärgli in Adelboden. Keystone

40‘500 Zuschauer verfolgten im letzten Jahr den Riesenslalom und den Slalom der Herren in Adelboden. Die Hotels im Tal sind seit Monaten ausgebucht, Zielgelände und Dorf bilden während zweier Tage eine einzige grosse Festhütte. Im Durchschnitt gibt jeder Zuschauer an den Skiweltcup-Rennen in Adelboden über 180 Franken aus.

Wie eine Wertschöpfungsstudie des Instituts für Tourismuswirtschaft der Hochschule Luzern zeigt, profitiert jedoch nicht nur Adelboden vom zweitägigen Grossanlass. Zusätzliche Einnahmen generieren auch die Orte Lenk, Frutigen oder Kandersteg. Neben einem hohen Werbe- und Imageeffekt für die Ferienregion, spült der Skiweltcup zusätzliche Umsätze von fast 8 Millionen Franken in die Kasse. Zurück bleibt eine zusätzliche Wertschöpfung von fast 3 Millionen Franken.

Touristisch und wirtschaftlich für die Region wichtig

«Die Skiweltcup-Rennen in Adelboden sind für das gesamte Berner Oberland eine touristische und wirtschaftliche Perle», sagt Studienleiter Jürg Stettler von der Hochschule Luzern. Sollten die Skirennen einmal nicht mehr in Adelboden durchgeführt werden können, sei es fast nicht möglich, mit anderen touristischen Angeboten die Ausfälle zu kompensieren.

Daher erstaunt es nicht, dass in Adelboden mittlerweile laut über ein noch stärkeres Engagement der Gemeinde, der öffentlichen Hand, bei den Skiweltcup-Rennen nachgedacht wird. «Wir benötigen den Grossanlass, ohne geht es nicht», sagt Adelbodens Tourismusdirektor Jürg Blum. «Wir benötigen künftig noch mehr Solidarität», sagt OK-Präsident Peter Willen.

Steigende Kosten

Sein Wunsch nach mehr Solidarität kommt nicht von ungefähr: Mit den Zuschauerzahlen steigen auch jährlich die Kosten. OK-Präsident Peter Willen: «Von Jahr zu Jahr investieren wir mehr in die Sicherheit und dafür, die Wünsche des Skiverbands und der Sponsoren befriedigen zu können.»