Open-Air-Kinos Stadt Bern Das Grosse ist weg, nun kommen die Kleinen

Bern sei ein schwieriges Pflaster für eine grosse, kommerzielle Kinoveranstaltung, sagen die ehemaligen Veranstalter des Open-Air Kinos auf der Grossen Schanze. In der Stadt Bern gibt es diesen Sommer deshalb viele Kleinst-Open-Air -Kinos, deren Veranstalter sich hehren Zielen verschrieben haben.

Kiesweg mit grünen Rasenflächen und roten Bänken vor einem grossen Sandsteinfassaden-Haus.

Bildlegende: Einer von vielen Open-Air-Veranstaltungsorten: Der Innenhof des ehemaligen Burgerspitals in der Stadt Bern. Mireille Guggenbühler / SRF

Seit zwei Jahren gibt es das ehemalige Open-Air-Kino auf der Grossen Schanze nicht mehr. Daniel Frischknecht, Geschäftsführer des damaligen Veranstalters Cinerent, führt finanzielle Gründe ins Feld, weshalb es die Veranstaltung nicht mehr gibt: «Wir hatten zwar einen grossen, nationalen Sponsor. Es war aber schwierig, in Bern die nötigen lokalen Sponsoren zu finden.»

Im Gegensatz zu Basel – der Stadt drohte ebenfalls, ihr grosses Freiluftkino abhanden zu kommen – habe zudem in Bern kaum jemand aus der Bevölkerung reagiert, als dem Schanzen-Open-Air das Aus drohte.

«  Es war schwierig, lokale Sponsoren zu finden »

Daniel Frischknecht
Geschäftsführer Cinerent

Thomas Balmer, Präsident des Gewerbeverbands KMU Stadt Bern, vermutet, dass der Sponsorenmarkt für Grossanlässe in der Stadt Bern gesättigt ist. «Alle, insbesondere auch die Stadt Bern, wollen von Sponsoren leben. Für die Finanzierung des neuen Bundesplatzes bis hin zum Bärenpark inklusive 1.August-Feuerwerk sucht die Stadt für die Finanzierung ihrer Projekte Sponsoren.» Deshalb hätten wohl viele Firmen langsam genug von Sponsoringanfragen.

Kleine Veranstaltungen in den Quartieren

Oder sie investieren in kleinere, überschaubar Anlässe. Wie zum Beispiel in das Open-Air-Kino Rex im Innenhof des ehemaligen Burgerspitals oder in jenes im Kocherpark, im Marzili, das Ciné social im Mattequartier oder dasjenige auf der Warmbächlibrache. Sind diese gar ein Ersatz für das ehemalige Open-Air-Kino auf der Grossen Schanze?

Mann mit grauen Haaren und Brillen vor Oleanderbusch.

Bildlegende: Thomas Allenbach, Geschäftsführer Kino Rex. Mireille Guggenbühler / SRF

«Wir springen nicht in die Lücke, die das Open-Air-Kino auf der Grossen Schanze hinterlassen hat, die ist viel zu gross», sagt Thomas Allenbach, Geschäftsführer des Kino Rex. Möglichst gross zu werden, sei nicht das Ziel, so Allenbach weiter. «So, wie wir das Open-Air-Kino organisieren, ist das finanzielle Risiko für uns denn auch überschaubar.»

Man will mehr als nur eine Veranstaltung sein

Auch die anderen Open-Air-Kino Veranstalter scheinen möglichst klein bleiben zu wollen. Und sich vor allem auch anderen Zielen, denn den rein ökonomischen, verschrieben zu haben. So schreiben die Veranstalter des Kino im Kochepark etwa, dass sie mit ihrem Open-Air-Kino «einen Beitrag zur Stadtentwicklung» leisten wollen. Und die Veranstalter des Open-Air-Kinos Warmbächli wollen mit ihrem Event «einen Kontrapunkt zu den zahlreichen durchkommerzialisierten Grossanlässen der heutigen Zeit» setzen.