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Bern Freiburg Wallis Das lange Warten auf die Jahrhundertbrücke

1959 wurde in Freiburg erstmals von einer Poyabrücke gesprochen, um das historische Burgquartier vom Verkehr zu entlasten. Bis zur Eröffnung dieses Wochenende sollten aber noch 55 Jahre vergehen. Ein Rückblick.

Legende: Video Einweihung der Poyabrücke abspielen. Laufzeit 01:37 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 10.10.2014.

Mit 850 Metern Länge ist sie die längste Schrägseilbrücke der Schweiz, die Fahrbahn liegt 70 Meter über der Saane, die Brückenpfeiler ragen gar 110 Meter hoch; die Poyabrücke ist ein Freiburger Jahrhundertbauwerk. Auch ein bisschen deshalb, weil ihre Entstehung tatsächlich mehr als ein halbes Jahrhundert gedauert hat.

1959 war in Freiburg erstmals von einem neuen Saaneübergang die Rede, um das historische Burgquartier vom Verkehr zu entlasten. Bis die Poyabrücke aber Aufnahme in den Verkehrsplan für Grossfreiburg fand, dauerte es 13 Jahre. Damals, 1972, rechnete man damit, dass die Brücke bis 1985 steht.

Zu gross für die Stadt

1985 gab es jedoch lediglich ein neues Projekt mit verschiedenen Zubringervarianten, und langsam wurde klar: Dieses Bauwerk ist eine Nummer zu gross für die Stadt Freiburg. «Wir sprechen hier von Kosten von 210 Millionen Franken, das kann eine 40'000-Einwohner-Stadt unmöglich alleine tragen», sagt Gemeinderat Thierry Steiert.

Der Kanton nahm das Projekt 1996 in seine Hände - und legte 1999 ein erstes Projekt vor, welches aber am Veto der Eidgenössischen Denkmalschutz-Kommission scheiterte. Dann ging es plötzlich schnell: 2005 lag ein neues Projekt vor, 2006 gab das Volk seinen Segen, 2008 war Baustart. Es ging zu schnell.

Erste PUK in der Geschichte Freiburgs

«Die Zeit drängte, weil die Bundessubventionen auf dem Spiel standen», sagt der Freiburger Baudirektor Maurie Ropraz. Tatsächlich musste Freiburg vor 2008 mit dem Bau beginnen, um die Bundesmillionen zu erhalten. Dies hatte zur Folge, dass 2006 nur über ein Vorprojekt abgestimmt wurde.

Die Folgen: Im Laufe der Jahre wurde das Projekt mehrmals angepasst, es kam ein neuer, unterirdischer Kreisel hinzu, es brauchte zusätzliche Stützelemente wegen dem instabilen Boden und so weiter. Konsequenz: Statt 120 Millionen Franken kostete die Brücke schliesslich 211 Millionen. Grund genug für das Parlament, erstmals in der Geschichte des Kantons Freiburg eine parlamentarische Untersuchungskommission PUK einzusetzen.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 12:03 Uhr / 17:30 Uhr)

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