2. Weltkrieg Das «Polenlager» von Büren a.A. lebt als Theater auf

Ein Szenenspiel unter freiem Himmel zeigt das Leben von internierten polnischen Soldaten und (Liebes-)Beziehungen mit den Einheimischen.

Das Thema ist immer noch schwierig für die Bevölkerung von Büren an der Aare – das spürte Regisseurin Iris Minder bei der Recherche für «Es stolzes Wärch». Im Auftrag von Büren Tourismus hat sie die Geschichte des «Polenlagers» von Büren als Szenenspiel aufgearbeitet.

Drei Männer in Uniform diskutieren in der Nacht

Bildlegende: Das Polenlager löste viel Unbehagen aus – hier wird seine Auflösung beschlossen. zvg / Iris Minder

«Bürener reagieren empfindlich, weil die Medien damals schrieben, die Bevölkerung habe die Polen schlecht behandelt.» Dabei sei das Gegenteil der Fall gewesen, sagt Iris Minder.

Das «Polenlager» von Büren

1940 wurde in Büren ein Internernierungslager für 6000 Mann gebaut. Polnische Soldaten, die aus Frankreich in die Schweiz geflüchtet waren, wurden hier untergebracht und bewacht. Die 120 Baracken waren mit Stacheldraht umzäunt. 1942 wurde das Konzept geändert und das Lager verkleinert.
(Quelle: memreg)

Zu Beginn des Szenenspiels «Es stolzes Wärch» muss das Publikum zusammen mit polnischen Soldaten und Flüchtlingen an Schweizer Grenzwächtern vorbei. Später gibt es Einblicke in das Leben von Internierten und auch eine (wahre) Liebesgeschichte.

«  Die Polen waren sehr charmant. »

Iris Minder
Regisseurin «Es stolzes Wärch»

Liebesbeziehungen zwischen Internierten und Schweizerinnen seien ein grosses Thema gewesen. Umso mehr, als die Schweizer Männer an der Grenze waren – und die Polen durchaus attraktiv gewesen seien. Fast 400 Frauen in der Schweiz hätten sich damals in polnische Internierte verliebt.

Das Szenenspiel «Es stolzes Wärch» wird in Büren an der Aare vom 24. April bis 5. April 2017 aufgeführt, alle Vorstellungen sind bereits vor der Premiere ausverkauft. Die Organisatoren überlegen sich, ob eine Wiederaufnahme im Herbst möglich ist.

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