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Das Roxx in Murten Lieber ins Jugendhaus als herumhängen

Murten setzt seit 30 Jahren auf offene Jugendarbeit. Ein Angebot, das noch immer gefragt ist.

Die Jugendunruhen der 1980er-Jahren in der Schweiz strahlten bis nach Murten. Auch hier verlangte die Jugend autonomen Raum. In Murten versammelten sich die Jugendlichen damals im alten Pneulager am See. Die Gemeinde reagierte und richtete 1987 einen Jugendraum ein. Murten war damit Vorreiter in Deutschfreiburg.

Bedürfnis der 80er gilt noch immer

«Die Jugendlichen sollen sich ungestört aufhalten können», sagt Jugendarbeiter Martin Bula zum Ziel des Jugendraums, der heute Roxx heisst. Das war damals ein Bedürfnis. Und das sei es noch heute. «Zu Hause hat man in diesem Alter oft Zoff», so Bula.

Das Roxx ist für mich ein Ort, wo ich Spass haben kann.
Autor: Simon (18)

Marie-Vanessa ist nicht im Roxx, weil sie Zoff mit ihren Eltern hat. Wohl aber, weil sie hier ihre Freundinnen und Freunde treffen kann. «On s'amuse bien ici», findet die 14-Jährige. Und der 18-jährige Simon ergänzt: «Ich kann hier neue Kontakte knüpfen». Alternativen seien Sport oder draussen herum zu hängen. Ein vergleichbares Angebot gebe es aber nicht, finden die beiden Jugendlichen.

Ab 18 geht's nach Bern oder Freiburg

Jeweils am Mittwoch ist der Raum für jüngere Schülerinnen und Schüler der Primarstufe geöffnet. Donnerstag, Freitag und Sonntag für die älteren Schülerinnen und Schüler der Orientierungsschule. Die Jugendlichen kämen, bis sie etwa 18 seien. «Dann haben sie das Autopermis und gehen nach Bern oder Freiburg», so der Jugendarbeiter.

Alternative zu teurem Ausgang

Murten hat ein breites Angebot an Vereinen. Trotzdem investiert die Gemeinde jährlich 18'000 Franken in den Jugendraum. «Beispielsweise für Jugendliche, die den Anschluss nicht finden», so Gemeinderat Alexander Schröter. Aber nicht nur. Es ist für viele auch eine Alternative zu einer kommerziellen Aktivität. Der Gemeinderat wünscht sich, dass sich auch die umliegenden Gemeinden am Jugendraum beteiligen würden.