Dem Thuner Stadtrat reichen schöne Worte nicht

«Thun, Stadt am Wasser» - dieses Leitmotiv der Legislaturziele hat im Stadtparlament Anklang gefunden. Der Gemeinderat will so die einmaligen Stärken von Thun besser zum Tragen bringen, bei Entwicklung, Wohnen, Arbeiten, Verkehr. Allerdings erwartet der Stadtrat jetzt Erfolge.

Blick in das Thuner Stadtparlament.

Bildlegende: Die Mitglieder des Thuner Stadtparlaments wollen nun Taten sehen. Christian Strübin/SRF

Als der Gemeinderat vor kurzem seine politischen Ziele vorstellte, redete Stadtpräsident Raphael Lanz (SVP) Klartext: «Wir wollen keine Prioritäten, die beliebig austauschbar für jede andere Stadt stimmen würden. Wir wollen bewusst die Stärken von Thun ausspielen.» Am Leitmotiv angehängt sind lediglich 5 thematische Schwerpunkte, darunter Stadt- und Quartierentwicklung, Wohnen und Lebensqualität für alle Generationen, Arbeiten, Verkehr. Dafür gab es im Stadtrat viel Lob und eine einstimmige Zustimmung, auch wenn das Parlament von diesem Regierungsprogramm lediglich Kenntnis nehmen konnte.

Thun hat in seinen Wohngebieten tatsächlich ein Riesenpotenzial für verdichtetes Bauen und dazu am Wasser ein paar Terrains, die echte raumplanerische Filetstücke sind – an der Aare beim Bahnhof, wo heute noch die Schotter-Schiffe vom Steinbruch Balmholz oben am See ausgeladen werden, neben dem Schloss Schadau, beim stillgelegten Kursaal oder beim Stadthafen. In solchen Fragen will der Gemeinderat die Bevölkerung mit einbeziehen.

Unterschiedliche Prioritäten

Allerdings zeigte die Stadtrats-Debatte, dass die Thuner Parlamentsmitglieder unter diesen eingängigen Begriffen je nach politischem Couleur etwas anderes verstehen oder zumindest unterschiedliche Prioritäten haben. Beim Verkehr zum Beispiel, bei Bildung, Arbeit, Wohnungen und der Preis dafür und bei der Frage, was wann auf den entwicklungsfähigen Gebieten geht. «So geht’s in der Politik. Die Details, die wir heute noch nicht kennen können, werden in der politischen Debatte konkretisiert».

Unüberhörbar war aber die Forderung aus praktisch allen Fraktionen, man erwarte jetzt, dass es vorwärts geht und bis zum Schluss der laufenden Legislatur sichtbare Erfolge zu verzeichnen sind.