Deponienotstand in Bern Deponiepläne beim Blausee stossen auf Widerstand

Zwischen Frutigen und Kandersteg, im Gebiet Blausee-Mitholz, sind die Erweiterung des dortigen Steinbruchs und eine neue Deponie geplant. Nun gibt es Widerstand. Die Naturschutzorganisation Pro Natura hat wenig Freude an den Plänen des Kantons.

Wald und Strassen in Kandergrund.

Bildlegende: Blick Richtung Mitholz-Blausee: Pro Natura sorgt sich um das Gebiet. Keystone

Das Mitwirkungsverfahren zum neuen regionalen Richtplan Thun-Oberland West ist abgeschlossen. Im Richtplan festgehalten ist, dass im Bereich Blausee-Mitholz der dortige Steinbruch erweitert werden soll. Zudem ist eine zusätzlich Deponie geplant.

Gegen diese Pläne gibt es nun Widerstand. Die Naturschutzorganisation Pro Natura wird «mit grosser Wahrscheinlichkeit Einsprache» gegen das geplante Projekt erheben, wie Geschäftsführer Jan Ryser sagt. Die Naturschützer stören sich an zwei Punkten, wie Ryser sagt:

  • «Der Blockschutzwald Bütschi ist ein besonderer Wald. Er stockt auf Felsen auf, die von einem Bergsturz vom Ende der Eiszeit stammen. Er hat landschaftlich und biologisch einen besonderen Wert. Der Kanton wollte dort eigentlich ein Waldreservat einrichten.»
  • «Es ist nicht auszuschliessen, dass das Wasser, das in den Blausee fliesst, aus dem Gebiet Bütschiwald kommt. Würde dieses jetzt durch den Betrieb einer Deponie verschmutzt, wäre wohl auch der Blausee gefährdet.»

Kanton relativiert

Daniel Wachter, Vorsteher des Amts für Gemeinden und Raumordnung, relativiert die Einwände von Pro Natura. «Wir prüfen die Pläne erst jetzt. Es ist gut möglich, dass wir je nach dem Auflagen machen und auf Ersatzmassnahmen bestehen werden.»

Die Wahrscheinlichkeit sei trotzdem hoch, dass Pro Natura Einsprache gegen die Pläne des Kantons erheben werde, sagt Jan Ryser.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis 6:32 Uhr)