Der Alki-Treff im Container - eine Berner Erfolgsgeschichte

Im Bahnhof Bern duldete man sie nicht mehr. Jetzt treffen sich die schwer Alkoholabhängigen im Alkistübli beim Bahnhof-Parking. Die Stadt hatte vor 10 Jahren diesen speziellen Aufenthaltsraum für die Alki-Szene eingerichtet. Für manchen ist er zum zweiten Zuhause geworden.

Von aussen deutet nichts auf einen Alki-Treff hin. Der weisse Container am Rand des Bahnhofparkings ist nicht angeschrieben. Genutzt wird er aber häufig, von rund 30 Alkoholabhängigen täglich. Kurt ist Stammgast: «Das Essen ist gut. Hier kann ich mein Bier trinken. Es ist mein zweites Zuhause geworden», sagt der 65-jährige gegenüber Radio SRF.

Früher - vor dem Umbau des Bahnhofs Bern - hat sich die Alki-Szene beim sogenannten «Stein» in der Bahnhofunterführung getroffen.

Dort sei er oft verjagt worden, sagt Snuffy, der eigentlich Edgar heisst. Das Alkistübli schätzt er. Dort falle man niemandem zur Last und werde nicht schräg angeschaut mit einer Bierdose vor sich.

«Randständige ohne R»

Seit 10 Jahren gibt es das Alkistübli nun. Chantal Zürcher arbeitet fast so lange als Betreuerin dort. Das LaGare habe die Alkoholabhängigen resozialisiert - auf eine Art, sagt sie. «Unsere Leute sind anständig. Sie sind Randständige ohne R geworden.» Therapieren - das sei aber nicht das Ziel. Dennoch: Hin und wieder weise man die Besucher darauf hin, doch wieder mal ein frisches Hemd anzuziehen. Und wer rumjolt und pöbelt, der hat auch im Alkistübli nichts mehr verloren.

Bier und Wein ist im Alkistübli zulässig. Verkauft wird aber kein Alkohol. Jeder muss sein Getränk selber mitbringen. Hochprozentiges ist verboten. Wer will, bekommt für 4 Franken eine Mahlzeit.