Der Bergsturz von Derborence schuf eine wilde Schönheit

1714 löste sich von den Diablerets ein riesiger Felssturz. Er schuf einen See und auf den Trümmermassen ist ein besonderer Wald gewachsen. Die Artenvielfalt in der Gegend ist aussergewöhnlich gross.

Diablerets - die Teufelsberge. So wurden die Berge in der Nähe von Sitten erst genannt, nachdem 1714 und 1749 zwei grosse Felsstürze ins Tal gedonnert waren. Die 100 Meter hohen Trümmermassen stauten einen See, der lange als verflucht galt und gemieden wurde. So konnte sich die Natur ungehindert ausbreiten.

Heute steht der ganze Kessel von Derborence unter Schutz. Es dürfen keine neuen Häuser gebaut werden. Die Alphütten von früher, die von den Besitzern als Rarität sorgfältig gepflegt werden, verschwinden immer mehr im Wald. Dieser wächst ungehindert und wird so zum Lehrstück für Waldwachstum.

Die reiche Tier- und Pflanzenwelt von Derborence gilt als einmalig. In dieser Gegend treffen das trocken-heisse Klima des Wallis und das feuchte Klima der Genfersee-Region aufeinander und schaffen eine eigenwillige Vielfalt.

Nur im Sommer zugänglich

Derborence wird von vielen Touristen besucht, ist selbst aber kein Tourismus-Ort. Nur gerade zwei Restaurants mit wenigen Zimmern sind den Sommer über offen. Das halbe Jahr über ist das Tal von der Umwelt abgeschnitten. Die Strasse in den Felsen kann im Winter nicht offen gehalten werden.

Die Felsstürze von Derborence hatten einst den Schweizer Dichter Charles-Ferdinand Ramuz zu einem Roman inspirierten. Dieser wurde später verfilmt, «Derborence» kam 1985 in die Kinos.

In der Gegend um Derborence wird im Lauf des Jahres 2014 mit verschiedenen Aktivitäten der 300 Jahre Bergsturz gedacht.