Berner Spoken Word in Buchform Der Dialekt im Spitalbett und die babylonische Sprachverwirrung

Die Bernerin Ariane von Graffenried ist Mitglied des Kollektivs «Bern ist überall» und eine der bekanntesten Stimmen der Berner Spoken-Word-Szene. In ihrem Buch «Babylon Park» sammelt sie ihre Kurz-Texte und nimmt einen mit auf eine Sprachreise quer durch Europa.

Ein Schauplatz der 44 Sprech-Texte ist ein japanisches Restaurant in Brüssel. Europapolitiker sind dort an einem Tisch versammelt und sprechen abwechselnd Französisch, Spanisch, Englisch oder Deutsch. Das lyrische Ich badet in diesem Sprachbad, obwohl es gar nicht alles versteht.

«  I just wanna be part of this round
u wott Sprachbeder nä en masse,
des bains de langues,
parce que j'adore ça »

Ariane von Graffenried
Ausschnitt «Brüssel»

So geht es auch Ariane von Graffenried. Sie ist in Bern aufgewachsen, Berndeutsch und Hochdeutsch liegen ihr deshalb am nächsten. In ihren Texten leichtfüssig vom Bern- oder Hochdeutsch ins Englisch oder Französisch zu wechseln bereitet ihr keine Mühe – obwohl sie, wie sie selber sagt, diese Sprachen nicht perfekt beherrscht.

Das sei aber auch gar nicht der Punkt. Im Zentrum stünde die Mündlichkeit und der Klang. So wie eine Malerin sich für bestimmte Farben entscheide, so wähle sie eben die Sprache aus. «Manchmal finde ich, genau dieses englische Wort muss jetzt in diesen Satz.»

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)

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