Regionalverkehr Bern Der Grosse Rat sagt, was in den nächsten Jahren geht

Im Regionalverkehr zwischen Spiez und Interlaken soll die Bahn durch einen Bus ersetzt werden. Das hat der bernische Grosse Rat bekräftigt. Und: Der Libero-Tarifverbund wird auf den gesamten Kanton ausgedehnt.

Grau-grün-blauer Zug an Bahnhof.

Bildlegende: Soll dereinst nicht mehr halten: Zug am Bahnhof Leissigen am Thunersee. Christian Strübin/SRF

Das Nachsehen hat die Gemeinde Leissigen, die für den Erhalt der Bahnverbindung kämpft. Die Ratsmehrheit liess sich davon nicht beirren. Durchgesetzt haben sich damit alle anderen Gemeinden, Verkehrsunternehmen und die Regionalkonferenz Oberland-Ost. Sie bevorzugen den Bus.

«  Die Bus-Lösung ermöglicht Einsparungen von mehr als vier Millionen pro Jahr. »

Barbara Egger
Verkehrsdirektorin

Vorteile ergebe diese Lösung insbesondere für Därligen und Faulensee. Zudem könnten Leissiger Kinder bald direkt zur Sekundarschule in Interlaken gebracht werden. Für Regionalzüge hat es gemäss der Regionalkonferenz Oberland-Ost keinen Platz mehr, weil dereinst IC-Züge im Halbstundentakt zwischen Bern und Interlaken verkehren sollen.

«  Die sofortige Umstellung halten wir für überstürzt. »

Lars Guggisberg
SVP

Die Befürworter der Bahn machten vergeblich geltend, es sei zu früh für eine Umstellung. Zuerst müsse die Einfahrt auf die A8 verbessert werden, sonst sei ein fixer Bus-Fahrplan nicht einzuhalten. Sowieso könne man mit der Umstellung zuwarten, bis der Halbstundentakt der IC-Züge zwischen Bern und Interlaken tatsächlich beschlossen sei.

Das östliche Berner Oberland wünscht sich seit langem bessere Fernverkehrsverbindungen, nicht zuletzt wegen der Touristen. Noch vor dem Halbstundentakt geht es um die Wiedereinführung von direkten Zügen vom Flughafen Kloten nach Interlaken.

Das Geschäft

Der Grosse Rat fasste den Entscheid zum «Fall Leissigen» mit dem Angebotsbeschluss für den ÖV 2018-2021. Er sieht einen gezielten Ausbau des Angebots vor, vor allem auf stark belasteten Linien.

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