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Bern Freiburg Wallis Der «Heiler von Bern» ist auch vor Bundesgericht schuldig

Das Bundesgericht zieht einen Schlussstrich unter den sogenannten Heiler-Fall von Bern. Lausanne bestätigt den Schuldspruch des Obergerichts wegen schwerer Körperverletzung und die Strafe von 15 Jahren Freiheitsentzug. Die Genugtuungs-Summen für die 16 Opfer muss das Obergericht nochmals prüfen.

Gerichtszeichnung des Heilers aus dem Obergerichtsprozess.
Legende: Bundesgericht bleibt bei Schuld und Strafe des «Heilers», hier in einer Gerichtszeichnung aus dem Obergerichtsprozess. Keystone

Mit seiner Beschwerde in Lausanne wollte der «Heiler» die Verurteilung des bernischen Obergerichts wegen schwerer Körperverletzung zugunsten einer weniger strengen Auslegung abwenden und damit auch das Strafmass reduzieren. Allerdings scheiterte er damit.

Wenn einer über Jahre mindestens 16 Menschen vorsätzlich und hinterrücks mit dem HIV-Virus anstecke, dann sei eben schwere und nicht leichte Körperverletzung gegeben.

Die Bundesrichter bestätigten auch die 15 Jahre Freiheitsstrafe im Urteil des bernischen Obergerichts vom April 2014. Das Obergericht hatte das Strafmass des Regionalgerichts von 12 auf 15 Jahre erhöht. Es ist die Höchststrafe für schwere Körperverletzung.

Genugtuung noch offen

In einem weiteren Punkt allerdings gewann der «Heiler». Das Obergericht, das den 16 Opfern in einem Fall 90'000 Franken und in 15 Fällen 100'000 Franken Genugtuung zugesprochen hatte, muss nochmals über die Bücher.

Praktisch alle Opfer über einen Leisten zu schlagen, sei nicht haltbar, urteilt das Bundesgericht. Das Obergericht muss deshalb jeden Einzelfall nochmals prüfen und jeden Einzelfall begründen.

2 Kommentare

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  • Kommentar von René Mühlemann, Wädenswil
    Da die Opfer wohl nie auch nur einen Rappen der Genugtung sehen werden, ist es doch Wurst, wie hoch diese auch sein soll. Der Gefangenenlohn, den der Täter erhlaten wird dient als Starthilfe nach seiner Entlassung und ist nicht pfändbar. Die Richter könnet sich also getrost anderem zuwenden und brauchen ihre Zeit nicht mit Dingen zu verplempern, welche sowieso nie zu Anwendung kommen.
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  • Kommentar von F.Riedo, Bern
    Wer 16 Menschen vorsätzlich mit einer tödlichen Krankheit infiziert gehört eigentlich lebenslang in Sicherheitsverwahrung da dies 16 Morde sind. Auch die lächerlichen 100000 CHF sind für ein zerstörtes Leben ein Hohn. Wenigsten hätte der Angeklagte wegen 16 facher schwerer vorsätzlicher Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt gehört. In diesem Fall ist es schade, dass es keine Todesstrafe mehr gibt. Ich kann mir wirklich kein heimtückischeres und hinterhältigeres Verbrechen vorstellen.
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