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Bern Freiburg Wallis Der Kanton Bern lockert den Denkmalschutz

Künftig werden nur noch sechs Prozent der Gebäude unter Schutz gestellt. Der Grosse Rat hat die von der Regierung vorgelegte Kulturpflegestrategie mit Planungserklärungen ergänzt und verabschiedet.

Die Berner Altstadt von oben.
Legende: Nicht nur die Berner Altstadt ist schützenswert. Keystone

Die Kulturpflegestrategie gibt den Kurs für die Archäologie und die Denkmalpflege vor. Umstritten war im Kantonsparlament insbesondere die Denkmalpflege.Der Kanton Bern ist reich an Kulturgütern, nicht nur auf dem Land, sondern auch in den Städten.

Es liegt in der Natur der Sache, dass sich Schutz- und Nutzungsinteressen mitunter in die Quere kommen. In den vergangenen Jahren wurde Kritik laut, Schutzinteressen würden überborden und die privaten Eigentümer schützenswerter Objekte behindern.

Heimatgefühl

Die Denkmalpflege dürfe keine Verhinderungsbehörde sein. Es gebe nicht nur Schutzinteressen, sondern auch das Interesse am Privateigentum, hiess es von bürgerlicher Seite im Rat. Die Bürgerlichen arbeiteten an einer Demontage der Denkmalpflege, konterte die SP.

Bernhard Pulver
Legende: Bernhard Pulver Keystone

Die Bernerinnen und Berner dürfen stolz sein auf ihr schönes bauliches Erbe, auf die Altstädte, Bauernhäuser und Schlösser, sagte Erziehungsdirektor Bernhard Pulver. Sie alle würden dazu beitragen, dass die Bevölkerung ein Heimatgefühl empfinde. Zu diesem Erbe gelte es Sorge zu tragen und eine zeitgemässe Nutzung der Objekte zu ermöglichen, betonte Pulver.

Kompromisslösung

Richtiggehend gefeilscht wurde im Grossen Rat um die Anzahl der unter Schutz gestellten Gebäude. Aktuell sind das im Kanton Bern rund neun Prozent oder 36'000 Objekte. Der Kanton Bern kennt zwei Kategorien von Schutz: sogenannte schützenswerte Gebäude und erhaltenswerte Gebäude.

Die Bildungskommission, die ursprünglich gleich die Abschaffung der Kategorie erhaltenswert gefordert hatte, legte dem Grossen Rat dann aber schliesslich einen Kompromiss vor. So sollen nach der Überarbeitung des Bauinventars noch sechs Prozent der Gebäude unter Schutz stehen. Der Grosse Rat nahm diesen Kompromiss an.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Hans König, Häusernmoos
    Endlich ein Entscheid in die richtige Richtung. Es gibt bestimmt Gebäude, welche der Nachwelt erhalten bleiben müssen. Leider gibt es viele Beispiele bei den die eifrigen Beamten/innen über das Ziel hinaus geschossen haben. Mit unsinnigen Forderungen wurden die Realisation von Projekten unnötig verzögert und zugleich verteuert. Dazu kommt, dass die leer stehenden Oekonomiegebäude (-teile) infolge des Denkmalschutzes nicht vernünftig umgebaut werden können.
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  • Kommentar von Gerhard Schweizer, Bern
    Und es sind wieder genau die, die den "Schutz der Heimat" nicht genug hoch halten können, wenn es politisch gerade passt, die jetzt dafür sind, Stück um Stück der schweizerischen Identität mit Beton zu verschandeln. Wann merkt der gewöhnliche Bürger endlich, was die "Bürgerlichen" für ein falscher Haufen sind? Erinnert auch daran, wie die SVP die dezentrale Zersiedelung fördern will, wo sie doch noch vor kurzem genau damit bei der MEI argumentiert hatte.
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  • Kommentar von Hermann Dettwiler, Langenthal
    Es geht ja so weit, dass ein zerstörtes Gebäude wieder genau gleich aufgebaut wird und das ist ganz sicher keine kulturelle Leistung. Warum macht Veränderung uns solche Angst? Etwas mehr Freude und Wertschätzung am neu Entstehenden würde uns gut tun.
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    1. Antwort von Paul Moser, Genf
      Ja nun, Veränderung allein ist auch noch keine kulturelle Leistung. Umgekehrt gehört zum Begriff "Kultur" aber genz besonders, historische Werte zu erhalten.
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    2. Antwort von Hermann Dettwiler, Langenthal
      Mit dem Begriff "Kultur" mag ich mich nicht zu weit hinauslehnen...siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Kultur - Schon Herakles sagte "alles fliesst" - ohne Veränderung ist Erstarrung und schlussendlich Tod.
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