Zum Inhalt springen

Bern Freiburg Wallis Der Kanton Bern sucht Sparpotenzial

Der Kanton Bern will sein strukturelles Defizit von fast 400 Millionen Franken nachhaltig beseitigen. Das ist eine grosse Aufgabe. Eine Studie des BAK Basel soll dabei helfen.

Viel Geld, dass in eine Box einsortiert wird.
Legende: Der Kanton Bern muss sich künftig überlegen, wo er sein Geld einsetzen will. Keystone

Eine Auslegeordnung des Wirtschaftsforschungsinstituts BAK Basel kommt zum Schluss, dass die demographischen, topographischen und geographischen Unterschiede im Kanton die Ausgaben stärker beeinflussen, als etwa die Effizienz der Verwaltung oder ein etwaiges Überangebot an Leistungen. Dieser Effekt lasse sich zum Beispiel in der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion, aber auch im Gesundheits- und Spitalwesen feststellen.

Trotz aller Einwände wird der Kanton jedoch nicht darum herumkommen, den finanziellen Klotz am Bein von rund 400 Millionen Franken loszuwerden. Gelingt es nicht, dieses strukturelle Defizit nachhaltig abzubauen, droht der Kanton in eine Defizit- und Schuldenspirale zu geraten.

Die Politik muss Entscheide fällen

Wo genau gespart werden kann, lässt der Experten-Bericht offen. Die Verfasser warnen, die darin ermittelten Kostendifferenzen schon mit Einsparpotenzialen gleichzusetzen. Schlussfolgerungen müssten unbedingt unter Berücksichtigung institutioneller und politischer Rahmenbedingungen gezogen werden.
 
An der Politik wird es nun sein, die entsprechenden Diskussionen zu führen und Entschlüsse zu fassen. Finanzdirektorin Beatrice Simon hatte bereits mehrfach gewarnt, dass es dem Kanton Bern nun ans Lebendige gehe. Die für November geplante Spardebatte könnte zu einer wahren Zerreissprobe für das Berner Kantonsparlament werden. Kommt dazu, dass die Spardebatte mitten in den Wahlkampf fällt.

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von M. Meier, Wohlen
    Eine Verwaltung, die Millionen in den Sand setzt, nicht weiss, wohin sie verfliessen oder die übertriebene Abgangsentschädigungen finanziert, ist drastisch zu entschlacken. Die Kur geht nicht über prozentuale Kürzungen, sondern über den Abbau von unnütz aufgeblähten Bereichen, die weitgehend nur zur eigenen Selbstinszenierung arbeiten. Gefragt ist politische Durchsetzungskraft!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Adrian Flükiger, Bern
    Das beste was passieren kann, wenn die Debatte über die Kantonsfinanzen in der heissen Phase des Wahlkampfes stattfindet. Das schafft beste Voraussetzungen dafür, die bürgerlichen anschliessend dorthin zu schicken, wo sie hingehören: vor das Rathaus!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Willi Zimmermann, Berner Oberland
      Dieser Weg führt unseren Kanton sicherlich nicht zum erwünschten Ziel! Nur wenn sich alle Politiker von links bis rechts zusammenraufen, wird es gelingen, verträgliche Lösungen zu finden. Sparen ist Knochenarbeit und hat mit Parteipolitik und Wahlkampf nichts zu tun. Wir sitzen alle im gleichen Boot. 400 Mio. Franken sind 0,04% des Budgets, wo liegt das Problem?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Willi Zimmermann, Berner Oberland
      400 Mio. Franken sind natürlich 4% (Schreibfehler), aber ich traue der Politik und Bevölkerung nichtsdestotrotz zu, dass das Sparziel mit vereinten Kräften erreicht werden kann. Packen wir es an!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen