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Bern Freiburg Wallis Der Knatsch der Grünen in Romont erhält kantonale Tragweite

Luc Bardet tritt per sofort als Präsident der Grünen Kanton Freiburg zurück. Seine Frau war am Sonntag überraschend in den Gemeinderat von Romont gewählt worden. Sie wollte aber - aus beruflichen Gründen - ihrem Mann den Vortritt lassen.

Legende: Video Neu gewählte Gemeinderätin gibt Amt vor Antritt ab abspielen. Laufzeit 3:32 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 04.03.2016.

Der Rücktritt von Luc Bardet als Kantonalpräsident der Grünen erfolge aufgrund des «medialen und parteiinternen Drucks», heisst es in einer Mitteilung der Freiburger Grünen von Donnerstagabend.

Nicole Bardet (Grüne), Ehefrau von Luc Bardet, war am Sonntag in den Gemeinderat von Romont gewählt worden. Sie entschied am Montag, das Amt aus beruflichen Gründen nicht anzunehmen. «Ich habe schlicht keine Zeit für die Ausübung eines Exekutivamtes.» Bardet ist Verwaltungsrätin der Alternativen Bank Schweiz. Sie habe nur kandidiert, um die Wahlliste zu vervollständigen und habe nicht an ihre Chance geglaubt.

Ich hätte nie gedacht, dass ich in den Gemeinderat gewählt werde.
Autor: Nicole BardetGrüne, Romont

Noch vor ihrem Antritt gab Nicole Bardet deshalb das Amt des Gemeinderates an ihren Ehemann Luc Bardet weiter. Er rückt als Zweitplatzierter der Grünen-Liste nach. Luc Bardet will sich nun auf die Arbeit im Gemeinderat konzentrieren.

Kritik aus den eigenen Reihen

Rosmarie Teller, Gründungsmitglied der Grünen Partei Freiburg, sagt, es gehe nicht an, für ein Amt zu kandidieren, um sich dann nach erfolgreicher Wahl zurückzuziehen. Zumal mit Nicole Bardet erstmals eine Frau der Grünen im Gemeinderat von Romont vertreten gewesen wäre. Und die Parteileitung distanzierte sich in einem Communiqué vom Entscheid Nicole Bardets. Das Manöver sei inakzeptabel. Als Folge tritt nun Luc Bardet als Kantonalpräsident der Grünen per sofort zurück.

(Schweiz aktuell, 19:00 Uhr)

1 Kommentar

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Solches Verhalten hat nicht nur eine kantonale Tragweite, sondern eine nationale! Wer sich als Kandidatin für ein Amt zur Verfügung stellt und bei einer Wahl nachher sagt, sie habe keine Zeit für dieses Gemeindeamt, zerstört jeden Glauben an unsere direkte Demokratie und deren Spielregeln! Damit haben sich die links/grünen "Gutmenschen" sogar schweizweit einen weiteren Negativpunkt gesetzt!
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