Der Prozess gegen den «falschen» Zahnarzt wurde abgebrochen

Der Angeklagte sei verunfallt und eine Woche lang nicht einvernahmefähig, hiess es am Dienstagnachmittag am Regionalgericht in Biel. Der neue Prozess wird wohl erst 2016 stattfinden.

Gerichtspräsident Markus Gross sagte, es liege ein Arztzeugnis vor. Und der Verteidiger bestätigte, dass der 53-jährige Zahntechniker nach wie vor im Spital sei. Es handle sich um einen Unfall im Haus des Angeklagten.

Der Zahntechniker war bereits am Morgen nicht zur Einvernahme erschienen. Der neue Prozess werde wohl kaum mehr in diesem Jahr stattfinden, sagte Gross.

Ein Mund einer Frau und darin Zahnarzt-Werkzeuge.

Bildlegende: Der Prozess gegen den mutmasslich falschen Zahnarzt findet wohl erst 2016 statt. Keystone

Der Prozess gegen den Zahntechniker hatte am Montagmorgen begonnen. Mehrere Kläger und Zeugen belasteten den Mann.

Zwei Klägerinnen erzählten teilweise unter Tränen, wie sie nach zahnärztlichen Behandlungen durch den Mann Schmerzen litten. Sie mussten sich in der Folge Nachbehandlungen unterziehen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Schweizer mehrfache einfache und auch mehrfache schwere Körperverletzung vor. Auch des Betrugs, eventuell der Urkundenfälschung, sowie weiterer mutmasslicher Straftaten hat die Staatsanwaltschaft den Mann angeklagt.

Unerlaubte Behandlungen über längere Zeit

Mit den Behandlungen als Zahnarzt und dem angeblichen Betrug soll der Mann seinen Lebensunterhalt finanziert respektive seinen Lebensstandard massgeblich erhöht haben. Der Mann bestreitet die Vorwürfe. Er befindet sich nicht in Haft.

2009 schlug die Bieler Zahnärztegesellschaft wegen dieses mutmasslich falschen Zahnarzts Alarm. Sie hatte 2007 Strafanzeige eingereicht und ging zwei Jahre später an die Öffentlichkeit, weil der Mann den Zahnärzten zufolge weiterhin Leute behandelte. Die Gesellschaft fand es «schwer verständlich», dass die Justiz nicht einschritt.