Der Run auf das Sensler Oberamt

Gleich fünf Kandidaten wollen Oberamtmann des Sensebezirks – so viele wie noch nie, seit die Oberamtspersonen vom Volk gewählt werden (1976). Was macht dieses Amt so attraktiv? Wir haben die Kandidaten gefragt – und auch den abtretenden Oberamtmann.

Das Oberamt von aussen.

Bildlegende: Umkämpft: Gleich fünf Kandidaten wollen in das Oberamt des Sensebezirks einziehen. Matthias Haymoz/SRF

Nicolas Bürgisser (FDP), im Amt seit 2007, stellt gleich klar, was es heisst, Oberamtmann zu sein: «Es braucht einen extrem, man steht Tag und Nacht zur Verfügung, kann nirgends hingehen, ohne mit Problemen belagert zu werden. Sogar auf Facebook schreiben mir die Leute.»

Auch inhaltlich ist der Job nicht immer spannend: Nachbarn, die sich wegen eines Gartenzauns an die Gurgel gehen – auch das ein Fall für den Oberamtmann. «Das wird sogar noch zunehmen mit dem verdichteten Bauen. Ich stelle fest, dass die Leute viel zu viel Zeit haben, um zu streiten.»

«  Die Leute haben zu viel Zeit, um zu streiten. »

Nicolas Bürgisser
Abtretender Oberamtmann Sensebezirk

24 Stunden auf Pikett, kaum ein Privatleben, streitende Nachbarn – klingt nicht wirklich reizvoll. «Kein Job hat nur schöne Aspekte, auch die weniger schönen gehören dazu», sagt der parteilose Kandidat Manfred Raemy dazu. Was aber möchten die Kandidaten im Oberamt bewegen?

«Mein Schwerpunkt ist die Entwicklung der Wirtschaftsregion Sense», sagt CVP-Kandidat Albert Studer. Und ist in guter Gesellschaft: «Dass man sich für die Arbeitsplätze in der Region einsetzt und für den Verkehr», sieht auch FDP-Kandidat Andreas Freiburghaus als Priorität. «Und dass die Jungen nach der obligatorischen Schulzeit eine Lehre machen können», ergänzt Markus Zosso (SVP).

«Vielleicht eine Ausnahmebewilligung …»

Eine der Hauptaufgaben des Oberamtmanns sind Baubewilligungen. In seiner Hand liegt es zum Beispiel, einer neuen Firma möglichst zügig grünes Licht für den Bau zu geben. «Auch wenn vielleicht eine Ausnahmebewilligung notwendig ist», sagt Andreas Stalder von den Freien Wählern.

Es ist ein offenes Rennen um das Oberamt des Sensebezirks. Klar scheint bei fünf Kandidaten nur, dass am 6. November noch nicht klar ist, wer neuer Oberamtmann wird. Sondern dass dieser erst in einem zweiten Wahlgang, am 27. November, ermittelt wird.

Die fünf Kandidaten für das Oberamt:

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 12:03/17:30 Uhr)

Freiburger Wahlen '16

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Alle Informationen zu den kantonalen Wahlen vom 6. und 27. November finden Sie im Dossier von SRF.