Die Alpen-Pfahlbauer im Historischen Museum Bern

Die Gletscherfunde vom Schnidejoch im Berner Oberland sind ab Donnerstag erstmals öffentlich zugänglich. Sie sind der Höhepunkt der neuen Wechselausstellung «Die Pfahlbauer - Am Wasser und über die Alpen» im Bernischen Historischen Museum.

Die Funde aus dem Hitzesommer 2003 stammen aus der Zeit um 4500 v. Chr. und sind damit rund 1000 Jahre älter sind als die Gletschermumie Ötzi. Sie belegen, dass auf dem Übergang zwischen dem Berner Oberland und dem Wallis schon vor 5000 Jahren reger Verkehr herrschte.

Im Gegensatz zu den jüngsten Entdeckungen im Hochgebirge ist die Lebensweise der Pfahlbauer an den Seen intensiv erforscht worden. Die Ausstellung zeigt Modelle, die das Dorfleben veranschaulichen, beispielsweise der Pfahlbausiedlung Sutz-Lattrigen am Bielersee im Jahre 3393 v. Chr.

Ältestes Brot Europas

Zwei Häuser dieser Fundstelle werden ab April im Museumspark nachgebaut - im Originalmassstab und mit Werkzeugen und Materialien, die in der Jungsteinzeit zur Verfügung standen. Zu den zwei Häusern gehört auch ein Acker, wo alte Erbsen- und Weizensorten angebaut werden.

Die Ausstellung ist thematisch in sieben Räume gegliedert. Unter den 460 Objekten sind nebst der Ausrüstung des Jägers vom Schnidejoch auch das älteste, ganz erhaltene Brot Europas aus der Jungsteinzeit oder Kaugummis der Pfahlbauer. Die Ausstellung dauert vom 3. April bis 26. Oktober.

Infos zur Ausstellung

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Pfahlbauer-Jahr im Bernischen Historischen Museum

    Aus Tagesschau vom 2.4.2014

    2003 fand ein Ehepaar im Berner Oberland ein Köcherfragment, knapp 5000 Jahre alt, aus dem Zeitalter der Pfahlbauer. Archäologen fanden daraufhin weitere prähistorische Kleidungsstücke und Jagdutensilien. Diese sensationellen Funde sind nun erstmals öffentlich zugänglich.