Die Automobilforscher der Berner Fachhochschule

Sie bewegen sich zwischen Umweltschutz, lobbylastiger Politik, einer Milliardenindustrie und neuster Technologie. Wegen des Abgasskandals geraten die Forscher nun ins Scheinwerferlicht.

Nun also auch Renault, heisst es in den Medien. Auch die Franzosen sollen bei den Stickstoffemissionen Werte angegeben haben, die ein Vielfaches unter der Realität im normalen Strassenverkehr liegen. Die Resultate kommen von der Abgasprüfstelle der Berner Fachhochschule im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe.

«  Wir können über alles diskutieren, nur nicht über die Resultate. »

Bernhard Gerster
Berner Fachhochschule

Diese Prüfstelle gehört zum Institut für Automobiltechnik der Berner Fachhochschule. Sie wurde von der Deutschen Umwelthilfe als unabhängige Instanz für ihre Tests ausgewählt. Man müsse sich diese Unabhängigkeit bewahren, sagt Bernhard Gerster, der Leiter des Instituts. Man dürfe keine Abhängigkeiten, zum Beispiel in Form von Verträgen eingehen. Zudem könne man über alles diskutieren, nur nicht über die Resultate seiner Prüfstelle.

Unabhängige Forschungsstellen zu finden, sei in der Auto-Nation Deutschland praktisch unmöglich, sagen die Auftraggeber. Das scheint nachvollziehbar, schliesslich arbeiten Autoforscher ja in den meisten Fällen für die Industrie und können unter Druck geraten, wenn sie Praktiken wie optimierte Abgastests belegen.