«Die Bären haben bärig gehandelt»

Jetzt ist eingetroffen, was der Berner Tierparkdirektor Bernd Schildger nicht ausgeschlossen hatte: Bärenvater Misha hat eines der beiden Jungtiere im Spiel getötet. Die Bärenfamilie bleibt trotzdem zusammen.

Der vom Bärenvater getötete Jungbär Nr. 3 und der Berner Tierparkdirektor Bernd Schildger.

Bildlegende: Der vom Bärenvater getötete Jungbär Nr. 3 und der Berner Tierparkdirektor Bernd Schildger. zvg

Der Direktor des Berner Tierparks Dählhölzli bedauert den Tod eines der beiden Jungbären zutiefst. «Wir haben mitgelitten, als das Jungtier ums Leben gekommen ist. Aber es ist nach wie vor richtig, die Bärenfamilie zusammen zu lassen», bekräftigt Bernd Schildger. «Misha und Masha, die beiden erwachsenen Bären, sind völlig aufeinander fixiert. Wir haben versucht, sie zu trennen, aber schon nach einer Viertelstunde waren sie verstört. Sie zu trennen, wäre definitiv eine Tierquälerei.»

Bernd Schildger versteht die heftige Reaktion und das grosse Bedauern in der Öffentlichkeit. «Natürlich verstehe ich die Menschen. Aber es sind menschliche Reaktionen und Massstäbe. Die Bären aber haben bärig gehandelt. Und wir versuchen alles, das auch zu erklären.»

Was für Menschen einfach grausam sei, sei in der Natur nichts als natürlich. «Misha und Masha sind Handaufzuchten, die nicht alle Eigenschaften eines freilebenden Bären gelernt haben. Masha hat Anzeichen gezeigt, ihre Jungen zu schützen. Im Voraus aber wissen zu wollen, was passiert, ist vermessen. Die Tiere müssen ihre Chance kriegen.»